Auf welche Aspekte fokussiert eine nachhaltige Outplacement50plus-Beratung beziehungsweise wie kann der Abschied vom Arbeitgeber optimiert werden?
Unsere Beratung erfasst in einem mehrtägigen Einzel-Workshop die Einzigartigkeit des Stellensuchenden bezüglich seiner Kernkompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale. Aus dieser «Uniquability» werden die Anforderungen an die neue Tätigkeit oder Geschäftsidee abgeleitet. Danach erfolgt die nachhaltige Positionierung des Stellensuchenden als Marke. Über Blue Ocean Strategien wird bei der Bewerbung wie bei der Selbstständigkeit die Konkurrenz ausgeschaltet. Bei Arbeitgebern setzen wir uns für eine neue wertschätzende Form des Abschieds ein, für ein Outplacement ohne Entlassung. Dieses verschont ältere und verdiente Mitarbeitende von der Hölle der Arbeitslosigkeit und verhilft Unternehmen zu langfristigen Wettbewerbsvorteilen.

Bei welchen Problemen am Arbeitsplatz lohnt es sich, sofort aktiv zu werden?
Wenn die Arbeit keine Freude mehr bereitet, ein Chef ohne Sozialkompetenz einem das Leben zur Hölle macht oder wenn ein Burnout droht oder schon eingetreten ist. Das sind Zeichen dafür, dass sofort gehandelt werden muss. Wenn alle Stricke reissen, eröffnen sich für Stellensuchende, welche die Herausforderungen der Lebensmitte als Chance begreifen, oft die besten Chancen, eine neue Arbeit zu finden.

Im Alter von über 50 ist eine Neuorientierung in aller Regel schwierig. Wie kann ein Neustart trotzdem gelingen?
Die Suche ist vielleicht etwas schwieriger. Dafür weiss man im mittleren Lebensalter auch genau, was man eigentlich möchte und was man nicht mehr will. Wer gezielt und clever sucht, kann somit eine Arbeit finden, bei der er erfolgreicher ist und für die er mehr Freude empfindet. Langjährige und verdiente Führungs- und Fachkräfte sollten ihren Arbeitgeber beim Verlust ihres Arbeitsplatzes immer anfragen, ob er ihnen ein Outplacement beim Spezialisten für das mittlere Lebensalter von 40 bis 60 finanziert. Und ganz wichtig: Für eine erfolgreiche berufliche Neuorientierung braucht es einen gelungenen Abschied vom bisherigen Arbeitgeber, Gesundheit, Energie und Zuversicht.

Peter Meierhofer, lic. oec. HSG
Gründer, Inhaber und Geschäftsführer von Outplacement50plus

Wo suche ich sinnvollerweise nach einer neuen Beschäftigung?
Bei Unternehmen und Tätigkeiten, zu denen ich eine besondere Affinität habe, für die ich Know-how und berufliche Erfahrungen mitbringe und bei Tätigkeiten, die dringend erledigt werden müssen. Auch Quereinsteiger werden immer häufiger gesucht. Arbeitsmärkte verändern sich rasant. Jedes Jahr gibt es viele neue Arbeitsformen, Geschäftsmodelle und Arbeitsmärkte, die neue Chancen eröffnen. Das Wichtigste für Stellenbewerber im mittleren Lebensalter ist aber, die eigenen Berufserfahrungen in Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsgesprächen auch beweisen und verkaufen zu können.

Stichwort Vernetzung: Bringt es etwas, wenn ich mich bei der Stellensuche in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umhöre?
Es ist eine Tatsache, dass neue Arbeitsplätze oft über das eigene Netzwerk gefunden werden. Networking muss aber gekonnt praktiziert werden.

Outplacement-Spezialisten betonen, dass es entscheidend ist, offen zu deklarieren, dass man eine neue Anstellung sucht.
Im Unternehmen selber mag das Sinn machen. Im eigenen Netzwerk aber nicht. Das wäre der beste Weg, das Netzwerk zu deaktivieren. Man darf die eigenen Netzwerkpartner nicht überfordern. Man darf sich auch nicht als Opfer positionieren. Es ist besser zu sagen, dass man sich nach langjähriger Arbeit jetzt einmal die Zeit nehmen will, sich beruflich neu zu orientieren. Da arbeitet jeder Netzwerkpartner gerne mit.

Lohnt es sich, auch nach nicht offiziell ausgeschriebenen Arbeitsangeboten zu suchen?
Es lohnt sich nicht nur. Es ist der Königsweg. Stellenausschreibungen sind für die Bewerbung kaum geeignet. Sehr häufig enthalten sie bereits in der Ausformulierung Altersbeschränkungen. Die meisten Stellen werden intern vergeben. Man sucht dann eine Person, die dafür geeignet ist. Das Alter ist dabei weniger wichtig.