Wer frühzeitig mit dem Sparen anfängt, beugt späteren Risiken vor. Das ist eine Binsenwahrheit. Wann aber ist es sinnvoll, damit anzufangen? Das Motto «Vorsorge schützt vor Sorge» möge etwas verstaubt tönen, habe aber nach wie vor grosse Bedeutung, betont Roman Mäder vom Zentrum für Pensionsplanung der Generali Versicherungen: «Die Position Sparen, und mag sie noch so klein sein, gehört in jedes Budget.» Darum gelte: Je früher der Sparprozess beginnt, sei es mit dem «Göttibatzen» oder dem Jugendsparkonto, desto besser. «In jedem Fall sollte man mit dem Sparen anfangen, sobald ein Erwerbseinkommen vorhanden ist», sagt Mäder. Dabei muss Sparen dem Budget angepasst sein. Wichtig ist zudem die Disziplin, das heisst ein möglichst regelmässiger Spar-Rhythmus. Am besten lässt sich das heute mit einem Dauerauftrag machen. Sinnvoll ist, wenn das Sparen auf ein Ziel ausgerichtet ist, zum Beispiel eine spezielle Anschaffung, eine grössere Reise oder ein besonderes Projekt. Wer sparen will – etwa über ein Zinskonto, einen Anlagefonds oder eine Lebensversicherung – tut gut daran, auf die persönliche Risikofähigkeit und Risikobereitschaft zu achten.

Was macht Sinn ab 50?
Mit zunehmendem Alter rücken beim Sparen weitere Aspekte in den Vordergrund wie die Vorbereitung auf den dritten Lebensabschnitt, die Planbarkeit des Einkommens, die Sicherheit der Anlage und Steuerfragen. «Es geht also bei den Anlagen um eine gute Diversifikation, die insbesondere auch die Rendite, die Flexibilität und die Liquidität berücksichtigt», gibt Roman Mäder zu bedenken. Zudem können «Altersrisiken» beziehungsweise die Einkommenssicherheit im Alter zum Thema werden, dann etwa, wenn der Aufenthalt in einem Pflegeheim zur Diskussion steht. Vielfach, so Mäder, sei ein gesunder Mix zwischen Bank- und Versicherungsprodukten sinnvoll. Wichtig sind auch die Anlageziele und die konkreten Erwartungen. Hohe Renditeaussichten sind untrennbar mit entsprechend hohen Risiken verbunden. Unter dieser Voraussetzung sind nur Anlagen sinnvoll, die der Kunde auch versteht und die zu ihm passen. Die konkrete Produktwahl, etwa Fonds, Aktien, Obligationen oder Einmalprämienversicherungen, muss im Einzelfall konkretisiert werden. «Wichtig ist, dass Sie auch dann noch gut schlafen können, wenn es an den Finanzmärkten rumpelt», sagt Roman Mäder.

Sich gut beraten lassen
Entscheidend sind die Kompetenzen der Beraterin oder des Beraters und das Vertrauensverhältnis. Eine professionelle Vorsorge- oder Pensionsplanung erfordert ein partnerschaftliches Miteinander zwischen Kunde und Berater und die Offenlegung sensibler Daten wie Einkommen, Vermögen und Steuern. «Ein guter Berater zeichnet sich dadurch aus, dass er die Interessen des Kunden in den Mittelpunkt stellt, die Chancen und Risiken verschiedener Optionen aufzeigt und langfristig tragfähige Vorschläge erarbeitet», erläutert Roman Mäder. AHV und Pensionskasse bilden in der Regel den Grundstock des Einkommens nach der Pensionierung. Es gilt also abzuklären, ob bei der AHV mit den Maximalleistungen gerechnet werden kann. Weiter müssen die Leistungen der Pensionskasse analysiert werden, vor allem wenn der Wunsch nach vorzeitiger Pensionierung oder nach einer Teil-Pensionierung besteht. Oft ergeben sich dabei interessante Optimierungsmöglichkeiten, speziell auch bezüglich Steuern. «Die Dynamik der Finanzmärkte und die sich stetig ändernden gesetzlichen Grundlagen stellen für den Einzelnen eine grosse Herausforderung dar», gibt Mäder zu bedenken. Es lohne sich deshalb, einen Spezialisten beizuziehen. «Selber basteln birgt erhebliche Risiken und kann teuer werden», warnt der Anlageprofi.