Tipps

1. Viel Trinken. Mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag.

 

2. Pro Tag fünf Portionen Gemüse, Salat und Früchte, davon mindestens zweimal roh.

3. Zu jeder Hauptmahlzeit eine stärkehaltige Beilage wie Brot, insbesondere Vollkorn-, Kernen und Nussbrot, Teigwaren oder Kartoffeln. Ballaststoffe sind wichtig für die Verdauung.

4. Kalzium braucht es zur Vorbeugung von Osteoporose. Täglich zwei bis drei Portionen Milch, Joghurt, Quark oder Käse.

5. Bewegung. Mindestens eine halbe Stunde täglich in Form von Alltagsaktivitäten oder Sport.

Wie verändert sich das Ess­verhalten im Alter?
Im Alter sind das Durstempfinden und das Verlangen nach Nahrung reduziert. Diese so genannte Altersanorexie wird durch abnehmende Sinneswahrnehmungen von Geschmack, Geruch und ­Sehen sowie durch eine gesteigerte Aktivität von Sättigungsfaktoren des Magen-Darm-Traktes erklärt. Häufig sind auch Zahnprobleme, Schluck- und Kaubeschwerden Ursache von Mangelernährung.

Wie viele ältere Menschen ­werden wegen Altersanorexie eingeliefert?
In unserer eigenen Untersuchung bei insgesamt 32837 Patienten fanden wir bei 18,2 Prozent eine Mangelernährung bereits beim Eintritt ins Spital. Die Häufigkeit der Mangelernährung war direkt altersabhängig: Bei den unter 45-Jährigen sind es 8 Prozent, zwischen 45 und 64 Jahren liegt der Anteil bei 11 Prozent, bei den 65 bis 84-Jährigen sind es 22 Prozent und bei Menschen, die älter sind als 84, schliesslich 28 Prozent.

Wie wird diesen geholfen?
Zuerst wird bei Eintritt ins Spital ein Ernährungsscreening durchgeführt, damit man die Mangelernährung oder Risikopatienten erkennen kann. Dann werden diese Patienten durch eine diplomierte Ernährungsberaterin individuell betreut. Ein Ziel ist es, die Energie- und Nährstoffdichte zu erhöhen - bei möglichst geringer Vergrösserung des Nahrungsvolumens. Zuerst wird die übliche Ernährung optimiert, das heisst Anpassung der Portionsgrössen, individuelle Zusammenstellung, Einbezug von Energie- und Nährstoffdichten sowie schmackhaften Zwischenmahlzeiten. Die Energieanreicherung der Speisen erfolgt mit hochwertigen Ölen wie Olivenöl und Rapsöl sowie mit Butter oder Rahm.

Wie kann man ältere Menschen motivieren, sich ausreichend und gesund zu ernähren?
Information bedeutet Motivation! Bei allen Ernährungsinterventionen sind eine gute Anleitung und Erklärung des Nutzens dieser Intervention von besonderer Bedeutung. Aber auch die Begleitung und Motivation des Patienten durch die Ernährungsberaterin und das interdisziplinäre Ernährungsteam spielen wichtige Rollen.

Wie sieht eine altersgerechte Ernährung aus?
Gesundes Essen und Trinken sollen genussvoll und nicht mit Verboten gespickt sein. Wir empfehlen die mediterrane Ernährung als ideale Ernährungsform für alle Lebensalter, speziell auch für Senioren. Die Grundpfeiler sind frisches Obst und Gemüse, Getreide, Fisch, eher weniger Fleisch und viele Hülsenfrüchte. Ein Glas Wein ist dabei erlaubt.