Hören ist einer der wichtigsten Sinne für die Kommunikation und für das Erleben unserer Umwelt. Mit dem Hörsinn empfangen wir nicht nur Informationen, sondern spüren durch Tonfall und Lautstärke Stimmungen bei unseren Mitmenschen heraus. Der Klang von Stimmen oder anderen Quellen bereichert unser Dasein und trägt zu einer hohen Lebensqualität bei. Das Ohr hat aber noch weitere Funktionen: Einerseits ist es verantwortlich für den Gleichgewichtssinn und hilft, Körperbewegungen präzise zu steuern. Andererseits orientieren wir uns mit Hilfe von Tönen im Raum und können Gefahren einschätzen, zum Beispiel aus welcher Richtung ein Auto kommt und wie weit es entfernt ist.

Sich vor Hörschäden schützen
Rund 12 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben heute Probleme mit dem Hörvermögen. «Viele Störungen des Gehörs können bei frühzeitiger Diagnose erfolgreich behandelt oder mit Hörhilfen ausgeglichen werden», betont Christian Rutishauser, Geschäftsführer von Amplifon Schweiz AG und Präsident des Verbands Hörakustik Schweiz. Dennoch entschliesst sich nur jeder Dritte bis Vierte zu einem Hörtest, obwohl Studien zeigen, dass Schwerhörigkeit je nach Ausprägung zu einer drastischen Abnahme der Lebensqualität führen kann. Wir alle wissen es: Lärm ist heute ein ständiger Begleiter, sei es laute Musik, Verkehr oder Baulärm. Jeder Einzelne empfindet Lärm unterschiedlich. Zwar gibt es eine Schallobergrenze, die für das Gehör noch ohne Schädigung ertragbar ist, wobei allerdings die Dauer der Lärmbelastung eine wesentliche Rolle spielt. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt aber, bestimmte Grenzwerte einzuhalten. Mit dem Wissen um die gefährlichen Lärmquellen kann und sollte sich jeder auf einfache Art und Weise vor Hörschäden schützen. So sollte zum Beispiel bei lauten Konzerten und beim Besuch der Disco ein Gehörschutz getragen werden. Dasselbe gilt auch bei der Arbeit mit lauten Maschinen. In solchen Situationen sollte ein Gehörschutz Pflicht sein.

Rasante Entwicklung
Wer immer schlechter hört, sollte den Arzt und einen Hörakustiker aufsuchen. Mit Hörgeräten kann heute eine markante Verbesserung des Hörvermögens erreicht werden. Wichtig sind jedoch eine frühzeitige Abklärung und eine professionelle Beratung. Die Auswahl an Hörhilfen ist heute so gross, dass für jedes Bedürfnis und jedes Budget die richtige Lösung gefunden werden kann. «Die neuen Hörsysteme unterscheiden sich erheblich von früheren Hörgeräten. Die Entwicklung hat analog zur Computertechnologie eine rasante Entwicklung genommen», sagt Christian Rutishauser. Trotzdem wehren sich viele Betroffene gegen ein Hörgerät, auch wenn sie ziemlich schlecht hören. Zentral sei deshalb, etwas gegen die Schwellenangst zu unternehmen, so Rutishauser. «Ein Hörgerät ist heutzutage nicht mehr eine ‹Banane› hinter dem Ohr, wie wir sie von unseren Grosseltern kennen», betont er und weist darauf hin, dass die Geräte, die man jetzt kaufen kann, formschön und kaum mehr sichtbar sind. Zudem überzeugen sie mit perfekter Sprachverständlichkeit. Davon kann man sich am besten selber ein Bild machen, indem man eine kostenlose und unverbindliche Höranalyse beim Akustiker vornimmt und danach ein Hörgerät zu Hause austestet.

Detaillierte Abklärungen
«Viele Menschen nehmen es nicht wahr oder wollen es nicht wahrhaben, dass sie immer schlechter hören», sagt Christian Rutishauser. Die frühe Erkennung eines Hörproblems erhöht jedoch die Chance, das Gehör wieder zu verbessern. Ein Hörverlust kann in den meisten Fällen mit einem Hörgerät korrigiert werden. In einem ersten Schritt verschafft sich der Akustiker ein Bild über das Gehör des Kunden. Einige Fragen zur allgemeinen Gesundheitssituation und Vorgeschichte der Schwerhörigkeit runden den ersten Eindruck ab. Um eventuelle Schädigungen oder eine Verstopfung durch einen Ohrpfropfen zu erkennen, prüft der Akustiker den Gehörgang. Zur Bestimmung eines allfälligen Hörverlusts werden in einem Akustikraum verschiedene Hörtests durchgeführt. Nach einer detaillierten Abklärung geht es dann darum, ein geeignetes Hörgerät auszuwählen. Besprochen werden auch die Kosten und die Finanzierung eines Hörgeräts. «Sinnvoll ist, wenn man zum Beratungsgespräch seinen Partner oder einen Familienangehörigen mitnimmt. Dies erleichtert meist die Entscheidung», rät Christian Rutishauser.