Ähnlich wie bei Muskeln, Herzkreislaufsystem oder dem Skelett zeigen sich die ersten Alterungserscheinungen des Gehirns bereits ab dem 25. Lebensjahr. So richtig subjektiv spürbar ist der Abbau aber meist erst ab der dritten Lebensphase. Noch hat die Wissenschaft nicht definitiv geklärt, was den Alterungsprozess im Gehirn auslöst; ebenso weiss man wenig darüber, was konkret gewisse Demenzkrankheiten wie zum Beispiel die Alzheimer-Krankheit verursacht. Was aber bekannt ist: Neben biologischen Einflüssen ist es vor allem auch die weniger intensive Nutzung des Gehirns mit steigendem Alter, die sich negativ auswirkt. Der Grund: Durch Inaktivität oder Nichtgebrauch der Gehirnstrukturen bilden sich im Alter die Nervenzellen im Gehirn zurück. Ganz wichtig ist es deshalb, dass man das Gedächtnis und das Gehirn trainiert. Bereits ein 6- bis 10 wöchiges Gehirntraining liefert messbare Erfolge.

Gute Erfolge in kurzer Zeit
Eine Fallstudie mit 14 Betagten im Altersheim Rümlang ZH hat erstaunliche Resultate ergeben. Die Studienteilnehmer waren relativ alt und seit längerer Zeit untrainiert. Mit täglich fast 45-60 Minuten Training war die Intervention ziemlich intensiv. Trotzdem waren die Probanden nach anfänglicher Zurückhaltung recht motiviert. Die Resultate übertrafen die kühnsten Erwartungen. «Mir gab das Training wieder mehr Lebensfreude, ich möchte es nicht mehr missen», ist nur eine der vielen positiven Rückmeldungen der Studienteilnehmer. Weitere Resultate: Über 80 Prozent der Teilnehmer sind aufgestellter und positiver, viele sind kommunikativer, sowohl während der Übungen als auch im Tagesablauf. Viele lesen wieder mehr, auch Bücher. Mehrere suchen in Tageszeitungen speziell Kreuzworträtsel und andere Rätsel, Sudokus oder Wettbewerbe. Ganz allgemein ist die Lust an Diskussionen wieder grösser, und viele der Betagten zeigen einen positiveren Gesichtsausdruck und wirken offener als zu Beginn der Studie.
Fazit: Gehirntraining wirkt bei Senioren ausgesprochen gut und erhöht die Lebensqualität!

Bewegung macht Gehirnzellen munter
Besonders grosse Probleme haben alternde, aber häufig auch schon jüngere Menschen, wenn sie gleichzeitig mehrere Aufgaben im Gedächtnis behalten sollten. Das so genannte Dual-Tasking Training hilft hier Menschen jeden Alters weiter. Neuere Forschungen des deutschen Neurologie-Professors Gerd Kempermann zeigen, dass Bewegung beispielsweise auf einem Minitrampolin die Neubildung von Gehirnzellen fördert. Nur anhand einfacher Schwingübungen, kombiniert mit Balanceelementen soll auf dem Minitrampolin gezeigt werden, dass diese einem einfachen Arbeitsspeichertraining gleichkommen. Entsprechende Resultate sind im Herbst zu erwarten.

Gehirntraining – aber richtig
Es gibt eine Reihe von Punkten, die ein effizientes Gehirntraining umfassen sollte, damit es die Alltagsleistung nicht nur verbessert, sondern auch langfristig erhält. So muss es personalisiert und zielgerichtet sein. Die Motivation ist ebenso wichtig wie genügend Abwechslung. Zudem sollte das Training umfassend und vor allem adaptiv, also leistungssteigernd sein. Führend in sogenannten papierorientierten Gehirnübungen ist zweifellos die Gesellschaft für Gehirntraining GfG mit ihrer langjährigen Zeitschrift «Geistig fit«. Die Intervention im Altersheim Rümlang (siehe oben) fusste auf solchen GfG-Übungen. Wer wirklich leistungsorientiert bis an die persönlichen Grenzen gehen will, findet entsprechende Programme im Internet, wobei manche von ihnen mehrfach ausgezeichnet wurden und auf jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.Forschungen weisen darauf hin, dass die drei Kernthemen geistige Fitness, körperliche Fitness und Ernährung wesentlich für die erreichbare Lebensqualität nicht nur in der Gegenwart, sondern vor allem auch im Alter verantwortlich sind. Dass die geistige Fitness dabei eine Sonderstellung einnimmt, lässt aufhorchen!