Die Generation der heute 65- bis 85-Jährigen hat Umfragen zufolge ein besseres Lebensgefühl als jede Seniorengeneration davor.

Der Lebensabend hält ein breiteres Angebot an Aktivitäten bereit als früher, und im Alter zahlt sich der gesunde Lebensstil während der Berufsjahre aus.

Dennoch ist der Tag der Pensionierung ein einschneidender. Anschliessend fehlen die gewohnten Strukturen, die einem selbstverständlich erschienen: Arbeitszeiten, Ferienzeiten, Wochenende. Und da ist kein Vorgesetzter mehr, der einem aufträgt, welche Arbeiten zu erledigen sind.

Herausforderung für die Partnerschaft

Die Pensionierung ist nicht zuletzt eine Herausforderung für die Partnerschaft. Plötzlich ist mehr Zeit füreinander vorhanden. Und plötzlich fehlt ein Gesprächsthema, das davor stets zur Verfügung stand: das Neueste von der Arbeit.

Experten raten zu einer Bestandesaufnahme, um die neu zur Verfügung stehende «Freizeit» zu planen. Damit sind nicht allein die finanziellen Möglichkeiten gemeint, sondern auch geistige und körperliche Verfassung.

Die alte Volksweisheit «Wer rastet, der rostet» hat noch immer Gültigkeit – und das schliesst die geistige Aktivität mit ein.

Bildung und Sport

Im Alter nochmals die Schulbank zu drücken, sogar ein Studium zu beginnen, wird unter Seniorinnen und Senioren zunehmend beliebter, was durch ein wachsendes Angebot von Kursmöglichkeiten bis ins hohe Alter unterstützt wird.

Neben den Gehirnzellen wollen die Muskeln trainiert bleiben. Die breite Palette an sportlichen Aktivitäten muss dabei verantwortungsvoll der körperlichen Tüchtigkeit angepasst werden, da die Unfallgefahr im Alter zunimmt.

Seniorinnen und Senioren wird zudem empfohlen, mit den Fortschritten der Technik Schritt zu halten. Die derzeitigen Veränderungen im Einkaufsverhalten und in den Angeboten etwa von SBB und Post zeigen, dass technische Anwendungen für alle ein Thema bleiben.

Als «Jungbrunnen» erweist sich die Mitgliedschaft in Vereinen, die auch von jungen Menschen besucht werden, und die aktive Teilnahme am politischen Leben. 

Endlich Zeit!

Endlich Pensioniert, endlich freie Zeit! Zur Freude mischen jedoch häufig auch Wehmut, Unsicherheit, Leere. Wie geht es jetzt weiter, was soll man mit der vielen freien Zeit anfangen?

Es kann deshalb sinnvoll sein, wenn man sich schon vor Eintritt ins Rentnerleben darüber Gedanken macht, wie der Ruhestand aussehen könnte. Wir haben einige Ideen dazu.  

  1. Wie wäre es, wenn Sie sich in ein unbekanntes Fachgebiet einarbeiten und Vorlesungen dazu an der Uni oder an der Volkshochschule besuchen?
  2. Endlich ist die Zeit da, ein neues Hobby zu erlernen. Vielleicht Modellbau, Fotografie, Pflanzenzucht oder Archäologie?
  3. Sie könnten sich einer Hobbygruppe anschliessen, wie zum Beispiel einem Chor, Laientheater, Literaturkreis, englische Konversation…
  4. Sie wollten schon immer ein neues Instrument lernen? Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt dafür!?
  5. Oder eine neue Fremdsprache für den nächsten Urlaub?
  6. Wie wäre es, bei sozialen Einrichtungen wie Caritas, einer Tierschutzorganisation oder dem Roten Kreuz mitzuhelfen?
  7. Die Schweiz ist ein Vereinsland und es gibt kaum etwas, für das es keinen Verein gibt. Bestimmt ist auch der richtige Verein für Sie dabei...
  8. Sie wollen ihr Fachwissen weitergeben? Als Senior-Experten können Sie im In- und Ausland bei kniffligen Problemen helfen.

Anna Birkenmeier