Insbesondere im Alter ab 50 Jahren kommt es häufiger zu einer Entlassung. Gründe dafür könnten zum Beispiel die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt sein. Oftmals wird dann die Generation «50 plus» von jüngeren Arbeitskräften abgelöst.

Zwar sind ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer grundsätzlich gut im Schweizer Arbeitsmarkt integriert. Sie sind im Vergleich zu jüngeren Alterskategorien nicht stärker von Arbeitslosigkeit betroffen.

Ältere Personen, die arbeitslos werden, haben in der Regel jedoch mit grösseren Problemen zu kämpfen. Die Langzeitarbeitslosigkeit wie auch die Anzahl Aussteuerungen ist bei den älteren Arbeitslosen ausgeprägter als in der Gesamtbetrachtung. Besonders stark betroffen ist die Gruppe der 60- bis 64-Jährigen.

Schlechter integriert

Weshalb aber haben über 50-Jährige mehr Mühe, einen neuen Job zu finden? Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Einerseits drängt die Globalisierung Unternehmen zur Minimierung der Kosten.

In der Folge lagern sie Arbeitsplätze ins Ausland aus oder einfache Tätigkeiten werden durch Automatisierung verdrängt. Anderseits lässt die politische Lage es zu, junge und billige Arbeitskräfte aus dem Ausland zu holen, um ältere Mitarbeitende mit höheren Lohnkosten zu ersetzen.

Es lohnt sich, die eigenen Chancen auszuloten und dann gezielt mit der Suche zu beginnen

Seit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative fordern Politiker und Wirtschaftsvertreter, das inländische Potenzial an Fachkräften, vor allem auch das der Altersgruppe «50 plus», solle besser ausgeschöpft werden.

Zwar liegt in der Schweiz die Erwerbsbeteiligung der 55- bis 64-Jährigen derzeit höher als in den meisten anderen Ländern der OECD. Dennoch gibt es keinen Grund, sich damit zufriedenzugeben.

Die Altersgruppe «50 plus» ist immer noch deutlich schlechter in den Arbeitsmarkt integriert als etwa die 40- bis 54-Jährigen. Werden ältere Arbeitnehmer arbeitslos, brauchen sie zudem länger, um wieder eine neue Arbeitsstelle zu finden. Und obwohl sich das Pensionsalter durchschnittlich erhöht hat, werden immer noch knapp ein Drittel der Arbeitnehmer frühpensioniert.

Sich gut vernetzen

Aber auch ältere Arbeitslose können selber etwas dazu beitragen, um ihre Situation zu verbessern. In erster Linie geht es darum, sich über die eigenen Kompetenzen und Bedürfnisse klar zu werden. Wenn jemand mit «50 plus» seine Stelle verliert, ist das zunächst einmal ein Schock. Man kann keinen klaren Gedanken fassen.

Dann aber sollte man Schritt für Schritt vorgehen und sich bewusst machen, dass langjährige Erfahrung im Berufsleben oft ausschlaggebend ist. Gerade ältere Mitarbeiter haben manches zu bieten, was jüngeren Beschäftigten mangels Erfahrung fehlt. Wichtig ist auch, dass man sich gut vernetzt. Vielleicht gibt es jemanden im Freundes- oder Bekanntenkreis, der bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz behilflich sein oder sogar eine Stelle anbieten kann.

Es lohnt sich auch, nach nicht offiziell ausgeschriebenen Arbeitsangeboten zu suchen. Hier ist es wichtig, dass man gegenüber seinem Umfeld offen deklariert, dass man eine neue Arbeitsstelle sucht. Scham ist da fehl am Platz. Erfahrungen zeigen, dass rund die Hälfte offener Stellen auf diesem Weg gefunden wird. Und noch etwas: Wenn man nach einer neuen Stelle sucht, kann man das nicht einfach so nebenbei erledigen. Man muss sich also die nötige Zeit nehmen.

Nach einer Kündigung sollte man im Übrigen nicht die Flucht ergreifen, sich ohne Konzept selbständig machen oder die erstbeste neue Stelle antreten. Es lohnt sich, die eigenen Chancen auszuloten und dann gezielt mit der Suche zu beginnen.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich immer dynamischer und von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wird zunehmend mehr Flexibilität und Mobilität erwartet. Dieser Umstand erfordert mehr Engagement und Eigeninitiative, kann unter Umständen aber auch neue Perspektiven eröffnen.