Wo, Marco Rima, stehen Sie heute im Leben?
Zurzeit feiere ich mit meinem aktuellen Bühnenprogramm mein 30-jähriges Bühnenjubiläum. In diesem Programm blicke ich auf eine komödiantische und amüsante Art auf mein bisheriges Leben zurück. Ich verkörpere darin den ersten Humor Sapiens. Natürlich geschieht dies mit einem Augenzwinkern. Viele Themen, die ich aber anspreche, sind direkt aus meinem Leben als Privatperson entstanden. Meine Beziehung zu meiner Frau wird ebenso thematisiert wie die Welt als Ganzes und wie ich sie sehe und wahrnehme. Man könnte quasi sagen, ich stehe mit 51 Jahren ja auch statistisch mitten im Leben. Ich habe nämlich vor, die Altersgrenze von 100 Jahren zu knacken. Dazu habe ich noch genügend Zeit, und das Publikum darf sich noch auf manche Überraschung freuen.

Was hat sich denn bei Ihnen verändert, seit Sie die 50er-Grenze überschritten haben?
Ich bin defintiv ruhiger geworden. Das hört sich jetzt langweilig an und das sagen wahrscheinlich viele in meinem Alter. Ich meine es aber in erster Linie im positiven Sinn. Früher war ich viel mehr und schneller gestresst und stiess ab und zu auch an meine Grenzen. Heute gehe ich vieles ruhiger und gelassener an. Ich nehme und gönne mir auch Auszeiten, so wie letztes Jahr, als ich viel gereist bin und ganz bewusst einfach viel Zeit mit meiner Familie verbringen wollte.

Was bedeutet es für Sie, älter zu werden?
Damit habe ich eigentlich keine Probleme. Ich muss mir und anderen vor allem nichts mehr beweisen. Natürlich liebe ich weiterhin Herausforderungen, sonst würde ich nicht mehr auf die Bühne gehen. Das ist meine Leidenschaft und das, was ich kann und beherrsche. Und, wenn ich das so sagen darf, auch das, was das Publikum von mir sehen will und erwartet. Natürlich muss ich mit meiner Energie und meinen Ressourcen besser haushalten. Das bringt das Älterweder so mit sich. Aber jeden Abend vor Publikum zu stehen, das ist mein Kraftwerk und das treibt mich auch weiterhin zu Höchstleistungen und Höhenflügen an.

Was hält Sie auf der andern Seite jung?
Ganz definitiv meine Familie und meine Kinder. Ich habe bereits zwei Kinder aus erster Ehe. Die sind aber schon fast erwachsen. Meine kleine Tochter und der jüngste Familienzuwachs, der erst kürzlich geboren wurde, sind mein absoluter Jungbrunnen. Kinder sind einfach grossartig und wir Erwachsenen können viel von ihnen lernen.

Marco Rima
Comedian

Was bedeutet für Sie Ihr Leben auf der Bühne?
Meine Shows und das Publikum sind natürlich ein wichtiger und zentraler Bestandteil meines Lebens geworden. Der Applaus und ein zufriedenes und gut gelauntes Publikum, das meine Auftritte genossen hat und sich dabei amüsieren konnte, bedeuten mir sehr viel. Jeder Künstler, der auf die Bühne geht, kennt diese Erfahrung. Davon leben wir, und deshalb lohnt es sich auch, sich immer wieder anzustrengen und nicht nur im Leben, sondern auch auf der Bühne sein Bestes zu geben.

Tourneen sind für manche Künstler mit Stress verbunden. Wie gehen Sie damit um?
Natürlich sind Tourneen oft mit viel Stress verbunden. Es ist ja nicht nur der Auftritt am Abend. Hinzu kommen die Proben, die An- und Abreise, Interviews, Pressetermine untertags und vieles andere mehr. Das kostet Kraft und Energie, wirkt aber gleichzeitig wie ein Dynamo, der mich am Laufen hält. Und wenn genügend Zeit bleibt, spiele ich zwischendurch auch gerne einmal Tennis und Golf oder gehe Velo fahren. Das ist für mich eine willkommene Abwechslung, wenn ich auf Tournee bin.

Wie ist es denn um Ihre Gesundheit bestellt?
Mir geht es soweit sehr gut. Klagen kann ich nicht. Klar, bei manchen akrobatischen Einlagen in der Show habe ich hin und wieder Meniskusprobleme. Dafür bin ich aber auch drei Mal Schweizer Meister im Meniskuswerfen geworden (lacht).

Gibt es etwas in Ihrem Leben, das Sie im Nachhinein radikal anders machen würden?
Ich glaube jeder Mensch hat bestimmt Dinge, die er später oder je älter er wird, nochmals anders machen würde. Wenn ich selber noch einmal etwas anders machen könnte, würde ich mir mehr Zeit für meine beiden ersten Kinder nehmen. Wegen meiner Karriere und der Abwesenheit während vieler Tourneen sind sie leider etwas zu kurz gekommen. Sie haben mir das aber nie übel genommen oder vorgeworfen. Das rechne ich ihnen hoch an.

Was, Marco Rima, ist für Sie Genuss in Ihrem Leben?
Ganz klar, viel Zeit mit meiner Familie und meinen Kindern verbringen zu können. Das ist der grösste Luxus, und den versuche ich mir so oft wie möglich zu gönnen.

Ihre Familie bedeutet Ihnen also sehr viel?
Das kann man im Grunde genommen gar nicht in Worte fassen. Meine Familie bedeutet mir schlicht und einfach alles.