Herzlichen Glückwunsch zum Baby. Wie geht es Ihnen und der kleinen Noomi?
Vielen Dank! Uns geht es gut und wir sind sehr happy. Ich bin einfach sehr müde. Der Schlafmangel bei zwei Kindern wird nicht weniger. Wir hatten ja bei einem Mädchen auf so ein Buddha-Kind, eine «Gmüetsmoore» gehofft – eins dieser Babys, die man einfach überall hinlegen kann und die dann friedlich einschlafen. Aber Noomi kommt eher nach ihrem Bruder – leider hat auch sie Dreimonatskoliken.

Wie haben Sie die zweite Schwangerschaft und Geburt erlebt?
Ich gehöre nicht zu den Frauen, die das Schwangersein glorifizieren. Ich will ehrlich mit Ihnen sein: Ich mag das Kindermachen und das Kinderhaben – mit dem Kriegen habe ich es nicht so. Ich finde Schwanger sein sehr anstrengend und tue mich nicht leicht mit der Tatsache, den eigenen Körper 10 Monate lang (und in der Stillzeit darüber hinaus) zu teilen. Meine zwei Geburten waren einschneidende Erlebnisse, ich bin aber froh, sind sie vorüber.

Die ersten Wochen mit einem Neugeborenen sind etwas ganz Besonderes. Wie erleben Sie diese Zeit?
Es ist ein Hormonrausch – ein Auf und Ab. Manchmal kann ich mein Glück kaum fassen, dann wieder fühle ich mich heillos überfordert. Durch die Tatsache, dass unser Sohn Nils auch sehr viel Aufmerksamkeit fordert, habe ich die ersten Wochen mit Noomi anders erlebt als bei seiner Geburt. Man hat nicht mehr so viel Zeit, seinem Baby einfach beim Schlafen zuzuschauen, sich dem Wunder bewusst zu werden.

Sie Stillen momentan voll. Welche Vorteile hat das Stillen für Sie?
Es ist «tubelisicher», man hat immer alles dabei, was man braucht – das finde ich «gäbig». Und mein Kind nimmt sich, was es braucht. Ich gehöre aber nicht zu den Stillfanatikerinnen, die Frauen, die nicht stillen können oder wollen ein schlechtes Gewissen einreden. Ich kenne viele Frauen, deren Beziehung zu ihrem Kind viel besser wurde, als sie aufgehört haben, zu stillen.

Was machen Sie, um nach der Schwangerschaft und Geburt wieder fit zu werden?
Ich habe bis drei Tage vor meiner Geburt Pilates gemacht und werde die Stunden sehr bald wieder aufnehmen. Ich will mir hier aber nicht einen allzu grossen Stress machen. Ich habe leider weder die Gene von Michelle Hunziker noch einen Personaltrainer zur Hand - und deshalb wird es mit der guten Figur wohl noch ein Weilchen dauern -wie bei anderen Müttern auch.

Wie hat der grosse Bruder auf das Baby reagiert?
Es fällt mir schwer, bei dieser Frage nicht zu «blöffen» – er macht das wirklich unglaublich gut. Wenn Noomi schreit, ist er sofort bei ihr, bringt ihr den Nuggi oder erinnert mich daran, dass sie jetzt «Milchli trinken» wolle. Wir sind sehr stolz auf ihn.

Können Sie uns eine lustige Anekdote aus dem Alltag erzählen?
Eine? Mit einem 2-jährigen Kind zu leben hat ähnliches Komikpotential wie eine WG mit Loriot. Letzthin Gingen wir an eine Hochzeit – ich hatte mich mal wieder richtig hübsch gemacht. Nils fragte: «Mami, hesch gschminkt?» Ich, freudig: «Ja, hani!» Und er so: «Wiene Indianer?» Den Charme hat er defininitiv vom Vater (grinst). Ein anderes Mal waren wir mit meiner Mutter auf dem Spielplatz. Auf dem «Gigampfi» forderte Nils vollen Einsatz von seinem Grossmami: «Ganz wiit höch!». Da der Enkel aber nicht gleich auf den Mond fliegen sollte, war die Grossmutter etwas zaghaft mit dem anschieben. Nils protestierte: «Nei! Ganz wiit höööch!!» Ich erfüllte ihm dann den Wunsch. Als er ausgeschaukelt hatte, wandte er sich mit ernstem Gesicht an sein Grossmami: «So macht me das!» Ich twittere übrigens lustige Erlebnisse auch regelmässig.

Wann werden Sie wieder in den Job zurückkehren?
Ich habe vor, im Januar wieder wie bisher 60 Prozent an verschiedenen Projekten zu arbeiten. Zwei Tage bin ich zu Hause. Vor kurzem lief mein erster «Reporter» mit dem Titel «Der verlorene Sohn» im Schweizer Fernsehen. Gerne würde ich weiterhin hinter der Kamera stehen. Und am 24. Oktober erscheint meine neue Kasperligeschichte «D Zahfee hät Zahweh». Mir wird nicht langweilig (lacht). Dieses Projekt bedeutet gleichzeitig auch meine Rückkehr auf den Bildschirm - wenn auch nicht vor, sondern hinter der Kamera.

Wie bringen Sie Familie und Job unter einen Hut?
Ich weiss nicht, ob das überhaupt irgend jemandem gelingen kann. Wenn man beides will, muss man gezwungenermassen auf beiden Seiten Abstriche machen – man kann sich ja nicht klonen. Das ist oft mit einem schlechten Gewissen verbunden oder mit viel Organisation. Ich glaube aber, dass ich eine bessere Mutter sein kann, wenn ich arbeite. Ich brauche die Identität als Andrea Jansen, um die als Mami zu geniessen und vice versa. An meinen Mamitagen versuche ich aber sehr bewusst, mich ganz auf die Kinder zu konzentrieren. Allfällige Arbeit – wie dieses Interview – erledige ich dann, wenn sie im Bett sind.