Die Ankunft eines Kindes ändert das Leben eines Paares grundlegend. Diese Änderungen können jedoch, zumindest teilweise, vorbereitet werden – sie betreffen den Beruf, aber auch das Familien-Gleichgewicht.

Hier werden ausschliesslich Änderungen, die das berufliche und finanzielle Leben der Partnerschaft betreffen, erwähnt. Folgende Fragen sollte sich jedes Paar vor einer Familiengründung stellen:

  • Wie lautet mein Lohnanspruch bei der Niederkunft?

Das Gesetz sieht einen 14-wöchigen bezahlten Mutterschaftsurlaub zu einem Lohn von 80 Prozent vor.

Mehrere Unternehmen erhöhen den Lohn auf bis zu 100 Prozent und einige be­zahlen diesen Lohn während einer längeren Periode (zum Beispiel während 16 statt 14 Wochen).

  • Soll ich den Beruf aufgeben oder allenfalls die Erwerbstätigkeit reduzieren?

Ob der Beruf aufgegeben oder die Erwerbstätigkeit reduziert werden soll, ist eine sehr individuelle Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt. Sobald einer der beiden Partner seine Erwerbstätigkeit beendet oder reduziert, sinkt das Gesamteinkommen. In diesem Sinne ist es wichtig zu wissen, ob die aktuellen Ausgaben weiterhin gedeckt werden können.

In diesem Zusammenhang geht auch oft vergessen, dass besonders die Rente der zweiten Säule (Alter, Invalidität, Witwen-Waisen-Rente) infolge der Reduktion der Er­werbstätigkeit ebenfalls kleiner wird. Die Frage, ob man eine Stelle behalten soll oder nicht, ist auch wichtig, wenn man bedenkt, dass über 40 Prozent der Ehen mit einer Scheidung enden – was das Paar wiederum ärmer macht.

Während die Frauen sich fragen müssen, inwieweit ihnen die Arbeit Abwechslung, Kontaktmöglichkeiten und Befriedigung bringt, sollten die Männer erwägen, ihre Erwerbs­tätigkeit zu reduzieren, um sich so stärker für die Familie zu engagieren. Es gibt jedoch viele Lösungsansätze, sofern der Arbeitgeber bereit ist, flexible Arbeitszeitmodelle oder Homeoffice einzuführen. Diese Varianten müssen mit dem Arbeitgeber diskutiert werden.

  • Die Betreuung des Kindes

Des Weiteren stellt sich die Frage nach der Betreuung des Kindes. Es ist wichtig, dass sich jede Familie frühzeitig Gedanken zu diesem Thema macht. Kann die Kinderbetreu­ung durch Familienmitglieder (Grosseltern, Schwiegereltern etc.) sichergestellt werden, so ist dies die günstigste Variante und meist diejenige, die besonders wertgeschätzt wird.

Aber sie ist nicht immer möglich, und zwar aus verschiedenen Gründen (Erwerbstätigkeit oder andere Verpflichtungen, entfernter Wohnort etc.). Wird das Kind extern betreut, zum Beispiel durch eine Kindertagesstätte, ist man in der Regel mit zwei Herausforderungen konfrontiert: hohe Kosten und langen Wartelisten.

Der Ort der externen Betreuungs­struktur und der Stundenplan spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Es ist deshalb wichtig, früh genug anzufragen, ob Plätze verfügbar sind, zu welchem Preis und mit welchem Stundenplan.
 

Wenn Ihr Kind krank ist, hat der Arbeitgeber Arbeitnehmern mit Familienpflichten – gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses – die zur Betreuung kranker Kinder erforderliche Zeit im Umfang von bis zu drei Tagen pro Krankheitsfall freizugeben.

Beruf und Familie vereinbaren, ist nicht immer einfach – besonders für Frauen, welche genauso gut ausgebildet sind wie Männer und die ebenfalls weiterarbeiten möchten. Es ist eine wunderschöne Wahl, sich für die Gründung einer Familie zu entscheiden, aber es ist wichtig, an verschiedene, bevorstehende Änderungen zu denken.

Pro Familia Schweiz ist bestrebt, die Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Es geht um die Zukunft unserer Gesellschaft! Einerseits möchten wir die Kompetenzen, insbesondere der Frauen, auf dem Arbeitsmarkt halten, anderseits gilt es dafür zu sorgen, dass sich unsere Gesellschaft erneuert und nicht, wie dies heute der Fall ist, altert. An der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu arbeiten und diese zu verbessern, ist eine echte Herausforderung für unsere Gesellschaft.