Stillen ist zwar etabliert. Doch ist es vielerorts noch ein Tabu, etwa in der Öffentlichkeit zu stillen. Frauen, die nach der Geburt wieder in den Beruf einsteigen möchten oder müssen, bleibt oftmals nichts anderes übrig, als abzustillen und dem Baby den Schoppen zu geben. «Für viele junge Mütter scheint es unmöglich, Stillen und Arbeiten unter einen Hut zu bringen. Doch gibt es in der Schweiz ein Gesetz, das es der Mutter erlaubt, sich während der Arbeitszeit die nötige Zeit zum Stillen zu nehmen», sagt Michael Hurni, Marketing Manager von Medela.

Stillzeit gilt als Arbeitszeit
Laut Gesetz gilt die gesamte Zeit des Stillens oder Abpumpens als Arbeitszeit. Das A und O ist, bereits während der Schwangerschaft mit dem Arbeitgeber über den Wiedereinstieg nach der Geburt zu sprechen - dazu gehört auch die Frage, wo gestillt oder abgepumpt werden kann. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten auch die Arbeitskollegen informiert werden, wieso die Mitarbeiterin immer wieder verschwindet – denn eine stillende Mutter muss ein bis vier Mal während eines 8-Stunden-Arbeitstages stillen oder abpumpen. Dabei sollte die Mutter möglichst in ihrem gewohnten Stillrhythmus stillen oder pumpen. Denn nur so kann gewährleistet werden, dass die Milchproduktion aufrechterhalten bleibt.

Stillzimmer trägt zum Wohlbefinden bei
Doch nicht immer ist es einfach, im Unternehmen einen geeigneten Ort zum Abpumpen oder Stillen zu finden. «Nicht selten sehen sich die Frauen gezwungen, in einer Ecke des Büros oder sogar auf den Toiletten abzupumpen oder zu stillen», weiss Hurni. Das soll sich in Zukunft mit sogenannten Stillzimmern ändern. «Wir haben zum Ziel, die Unternehmen über die Vorteile eines Stillzimmers aufzuklären. Denn die Vorteile eines Stillzimmers liegen laut Hurni auf der Hand. Je kompletter die Ausstattung eines Stillzimmers ist, umso wohler, verstanden und gut betreut fühlt sich die Arbeitnehmerin und umso besser fliesst ihre Milch. Dies verkürzt wiederum die Still- oder Abpumpzeit und die Arbeitnehmerin ist schneller wieder am Arbeitsplatz. Zudem ist es seitens der Arbeitgeber ein positives Signal, wenn gezeigt wird, dass jungen Müttern der Wiedereinstieg ermöglicht und vereinfacht wird. «Arbeitnehmerinnen, die am Arbeitsplatz Verständnis für das Stillen oder Pumpen erhalten, sind loyale Mitarbeiterinnen und setzen sich für den Arbeitgeber sehr ein. Dies zahlt sich in der Leistung aus», so Michael Hurni abschliessend.