«Lass die Finger von der Frau und dem Feuer eines anderen Mannes», besagt ein Sprichwort.

Doch ist das Bild vom Mann, der – in der einen Hand ein Bier, in der anderen eine Grillzange – vor dem Feuer steht, immer noch aktuell oder eher ein Klischee? Ist Grillieren heute noch Männersache? Tatsächlich ist in vielen Schweizer Studien zu lesen, dass es nach wie vor deutlich häufiger der Mann ist, der vor dem Grill steht.

Von etwa 70 zu 30 Prozent ist teilweise die Rede. Wobei die Frauen stark auf dem Vormarsch sind, sagt Hans Jörg Elsasser, Präsident der Swiss Barbecue Association.

Weshalb es häufig die Männer sind...

...die sich um den Grill und das Essen darauf kümmern, ist schwierig zu erklären. Viele versuchen, den Grund dafür bei unseren Vorfahren zu suchen: Der Mann erlegte das Tier, brachte es nach Hause und bereitete es über dem Feuer zu.

Der Mann war der Ernährer, alle waren ihm dankbar. Kulturwissenschaftler sagen, dass das Grillieren heute vielleicht die «letzte Insel der Männlichkeit» sei.

Hans Jörg Elsasser begründet das Gender-Verhalten damit, dass auf dem Grill meistens Fleisch liegt und Männer grundsätzlich mehr solches essen. Ein weiterer Grund könne sein, dass Grillieren mit Feuer zu tun hat.

Und das liege den Männern vermutlich mehr, so Hans Jörg Elsasser. Ausserdem: «Das Zubereiten von Speisen auf einem Grill ist meist rauer als das Arbeiten in der Küche.» Man könne aber durchaus von einem Umbruch in Richtung «Frauen am Grill» sprechen.

Doch welches Know-how braucht es eigentlich, um richtig grillieren zu können? Grundsätzlich seien die Anforderungen fürs Grillieren nicht sehr hoch, findet Hans Jörg Elsasser. «Bereits von Kindesbeinen an wurde zumindest einmal eine Wurst am Stecken über dem Feuer zubereitet», begründet er.

Mit den heutigen Angeboten an Hardware stiegen allerdings auch die Ansprüche. Jedoch gelte: «Übung macht den Meister.»

Info

Für jene, die auf dem Grill einmal etwas Neues ausprobieren wollen, empfiehlt die Organisation Proviande einen Kalbsbraten, gefüllt mit Sellerie und Rohschinken.

Dafür braucht man 1 Kilogramm Schulter vom Kalb, 3 Stück Stangensellerie, 80 Gramm Rohschinken sowie Salz, Pfeffer, Senf, Limetten, Eigelb und Butter. Rezept unter www.enguete.ch.

Für alle, die es einfacher, süsser und weniger fleischlastig mögen, eignet sich ein altes, bewährtes Rezept: Banane längs aufschneiden und Schoggistängeli hineinlegen. Bei mittlerer, indirekter Hitze ziehen lassen, bis sich die Schokolade mit der Banane verbunden hat.