Rollenspiele haben für die Entwicklung von Kindern eine wesentliche Bedeutung: Sie ermöglichen den jungen Menschen, in fiktiven Kontexten verschiedene Rollen auszuprobieren und dadurch neue Verhaltensweisen kennenzulernen. Dies fördert in vielerlei Hinsicht ihre Entwicklung.

Sozialverhalten wird trainiert

Beim Spiel mit traditionellen Spielwaren wie zum Beispiel Kinderküchen, Kaufläden, Puppen und Handwerkskoffern entwickeln Kinder immer wieder neue Spielvarianten und regen ihre Fantasie und Kreativität an.

Findet das Rollenspiel in der Gruppe statt, wird gleichzeitig auch das Sozialverhalten positiv beeinflusst. Die Kinder lernen spielend, was Kooperation, das Aushandeln von Regeln und Kompromissen sowie das Akzeptieren von anderen Ideen bedeutet.

Ein Kind, das in die Rolle der Mutter oder des Vaters schlüpft, mal Arzt oder Patient ist, nimmt verschiedene Sichtweisen ein und sieht die Welt «mit anderen Augen». Es lernt, sich in Menschen und Situationen hineinzufühlen bzw. hineinzuversetzen und mit den eigenen Gefühlen besser umzugehen.

Indem sie Alltagssituationen nachspielen, entwickeln sie ein Verständnis für die Welt der Erwachsenen.

Gut für den Charakter

Das Rollenspiel kann auch das Selbstwertgefühl der Kleinen anheben. Bereits im Kleinkindalter versetzen sich Kinder gerne in die verschiedenen Rollen der Menschen, die sie in ihrer täglichen Umgebung beobachten.

Indem sie Alltagssituationen nachspielen, entwickeln sie ein Verständnis für die Welt der Erwachsenen. Traditionelles Spielzeug, das die Erwachsenenwelt nachahmt, gibt Kindern die Gelegenheit, im «Als-ob-Spiel» Dinge zu tun, die sonst nur den Grossen vorbehalten sind.

Sie können Spielgeld in die Hand nehmen, mit Haushaltsgeräten rumhantieren und das Baby baden. Dies schafft Erfolgserlebnisse. Das Rollenspiel kann aber auch helfen, Ängste abzubauen, Aggressionen und Konflikte auszuleben und Erlebnisse zu verarbeiten.

Das Kind kann beängstigende Situationen, wie etwa den Besuch beim Arzt, mit Teddybär und Arztkoffer im Vorfeld durchspielen, was ihm die Angst etwas nehmen kann. Auch das traditionelle Puppenspiel bietet eine wunderbare Möglichkeit für Kinder, um ihre Gefühle durch Stellvertreter auszudrücken.    
 

Sprache und Körpersprache

Es gilt als erwiesen, dass Rollenspiele mit traditionellen Spielwaren auch das Sprachverständnis und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Kinder fordern und trainieren.

Das gemeinsame Spielen und Diskutieren trägt zu einem grösseren Wortschatz und zu einem besseren Sprachgefühl bei. Und vergessen wir nicht die Körpersprache: Spielen erfordert vollen Körpereinsatz, womit auch die Motorik und Körpersprache geschult werden.

Und wie können Eltern das Rollenspiel ihrer Kinder unterstützen? Indem sie zum Beispiel eine Verkleidungskiste für ihre Kinder anlegen und entsprechende Spielrequisiten anschaffen. Das Grösste für Kinder ist es aber immer noch, wenn die Eltern beim Rollenspiel gleich selbst mitmachen.