Wie ist es aber, Weihnachten nicht bei seinen Liebsten verbringen zu können? Nun gibt es die Weihnachtsfans, die sich so etwas kaum vorstellen können und – auch wenn sie während des Jahres geschäftlich in der ganzen Welt herumreisen – über die Feiertage sicher zu Hause sind.

Fernreisen über Weihnachten sind immer beliebter

Und dann gibt es die Weihnachtsmuffel oder gar Weihnachtsverweigerer, die über diese Zeit fast fluchtartig die Heimat verlassen und sich ein fernes Reiseziel ausgesucht haben. Nun lässt sich natürlich auch an einem Südseestrand, an der Copacabana oder in Australien Weihnachten feiern.

Aber irgendwie ist es wohl nicht dasselbe wie in der Heimat. Reisen an Ziele, wo im europäischen Winter Sommer herrscht, erfreuen sich über die Weihnachtsfeiertage einer immer grösseren Beliebtheit. Wer ein solches Ferienziel wählt, hat dann aber kaum ernsthaft Sehnsucht nach Christbaum, Kerzenschein oder einer weihnachtlichen Stimmung.

Das Weihnachtsfest mussten die sieben Astronauten unter der Missionsleitung von Kommandant Curt Brown also tatsächlich im All verbringen.

Weihnachten im Weltall

Besonders weit weg waren die Astronauten der NASA-Mission STS 103 im Jahr 1999. Mehrmals musste damals die Service-Mission zum Hubble-Weltraumteleskop aus technischen und meteorologischen Gründen verschoben werden.

Eigentlich wollte die NASA einen Start der Raumfähre «Discovery» nach dem 14. Dezember vermeiden, da dann die Astronauten Weihnachten im All verbringen müssten. Doch dann entschieden sich die Verantwortlichen, dass der letztmögliche Starttermin der 18. Dezember sein sollte.
 


 

Danach sei es – wegen der Millennium-Datumsumstellung und möglicher Fehler in den Computern auf der Erde – zu gefährlich, eine solche Mission zu starten. Pünktlich begann die NASA nach all den Terminverschiebungen mit dem Countdown.

Die Raumfähre «Discovery» hob schliesslich am 17. Dezember um 03.18 Uhr zum 96. Flug eines Space Shuttles ab. Es war geplant, dass sie am 27. Dezember wieder auf der Erde zurück ist. Das Weihnachtsfest mussten die sieben Astronauten unter der Missionsleitung von Kommandant Curt Brown also tatsächlich im All verbringen.

Mit dabei an dieser Mission war auch der Schweizer Astronaut Claude Nicollier. Er galt damals als Missionsspezialist für die Reparaturen am Weltraumteleskop Hubble und mag sich gut an den Einsatz über die Weihnachtstage erinnern: «Wir waren natürlich fokussiert auf unsere Mission, mit Ausseneinsätzen am Hubble-Teleskop. Gleichzeitig erlaubten wir uns am Weihnachtstag aber auch, ein besonderes Foto zu machen.»

Das Crew-Foto vom 25. Dezember 1999 der Discovery-Mannschaft mit Santa-Mützen in über 600 000 Metern über der Erde zeugt von diesem einmaligen Ereignis.