Immer mehr, immer schneller, immer billiger. In der Schweiz stieg die Poulet-Produktion in den letzten 15 Jahren um nahezu 80 Prozent: Pro Sekunde werden zwei Masthühner geschlachtet, pro Jahr über 60 Millionen. Um unseren Fleischhunger und die Spargier zu stillen, werden immer mehr Poulets immer enger zusammengepfercht und in kürzester Zeit gemästet.

Riesige Hallen mit über 100000 Masthühnern sind im Ausland keine Seltenheit. In der Schweiz sind die Bestände kleiner, die meisten Hallen umfassen 8000 bis 18000 Tiere. Dennoch, auch bei uns leiden die Mastpoulets unter den Folgen der Hochleistungszucht und der Massentierhaltung.

 

Immungeschwächte Bodybuilder

Durch einseitige Zucht wurde die Mastleistung der Poulets auf hohen Fleischzuwachs – insbesondere Brustfleisch – massiv gesteigert und die Mastdauer enorm verkürzt. Masthühner sind wie Bodybuilder, wobei ihr Tageszuwachs im Vergleich zum Menschen mehr als doppelt so hoch und die Futterverwertung 15-mal besser ist. In 36 Tagen wachsen 60-Gramm-Küken zu über zwei Kilogramm schweren Fleischkolossen heran.

Schmerzhafte Beinschäden, Herz- und Lungenversagen sind häufige Folgen des rasanten Wachstums. Hinzu kommen qualvolle Fussballengeschwüre, Fersenhöckerverätzungen und Hautentzündungen an der Brust, weil die Tiere die meiste Zeit in der feuchten, Fäkalien-belasteten Einstreu liegen. Gegen Durchfallkeime erhalten die Hühner bis zur Schlachtreife prophylaktisch Medikamente (Kokzidiostatika).

 

Tipps aus Tierschutzsicht

Wer bewusst konsumieren und Tiere schützen will, verzichtet auf konventionelle Poulets aus Tierfabriken. In der inländischen Bio- und Freilandhaltung sind Turbo-Masthühner verboten. Bio- oder Freilandpoulets sind zwar teurer, sie stellen aber eine vertretbare Alternative dar.

Das Motto lautet: Lieber selten Pouletfleisch essen, dafür aus tierfreundlicher Haltung – dann lässt es sich mit gutem Gewissen geniessen. Das Huhn besteht übrigens nicht nur aus Brust. Die weniger begehrten Pouletflügeli und Schenkel sind ebenfalls schmackhaft und zudem preiswerter.