Hunde sind in deinem Berufs- wie auch in deinem Privatleben deine engen Begleiter. Was fasziniert dich an diesem Tier?

Hunde begleiten mich, seit ich ein Kind bin. Meine Grosseltern hatten bereits Hunde. Als ich sieben Jahre alt war, hat sich unsere Familie einen «Collie» zugetan. Ich war überglücklich.
Hunde sind anpassungsfähig, treue Begleiter und bleiben dennoch lernfähig. Das sind die Eigenschaften eines Hundes, die mich faszinieren.

Wie wurdest du zur Hundetrainerin?

Immer wieder bin ich Hundehaltern begegnet, die ihren Hund nicht im Griff hatten. Wichtig ist zum Beispiel, dass der Hund nicht immer an der Leine zerrt oder kommt, wenn man ihn zurückholen möchte. Daher habe ich mich eines Tages entschieden, meine Affinität zu Hunden und meinen Wunsch nach einer harmonischeren Hund-Mensch-Beziehung als Hundetrainerin einzusetzen.


Meine Motivation ist es, Mensch und Hund zu einem guten Team zusammenzuschweissen.


Von der Moderatorin im «Samschtig-Jass» zur Hundetrainerin. Welche Parallelen gibt es zwischen diesen beiden unterschiedlichen Tätigkeiten?

Beide Berufe haben mit dem Menschen zu tun. Ich habe eine gute Kommunikationsart mit Menschen und kann auf gehemmte Menschen gut eingehen. Es passiert oft, dass ich mich mit jemandem unterhalte und diese Person schliesslich über ihre Probleme mit dem Hund erzählt.

Deine Kommunikationsfähigkeiten stehen im Vordergrund. Könntest du dir daher auch vorstellen, als Beziehungscoach für Menschen zu arbeiten?

Als Hundetrainerin mache ich in erster Linie ein Coaching mit dem Menschen und nicht mit dem Hund. Das braucht manchmal gute Nerven (lacht).

Was ist das Wichtigste für die Gesundheit des Hundes?

Das Wichtigste ist die artgerechte Haltung. Der Hund muss Hund sein können und nicht vermenschlicht werden. Er ist auch kein Kinderersatz. Genug Bewegung, richtige Ernährung, genug Ruhe- und Spielzeiten sind massgebend für die Gesundheit. Wichtig ist auch eine konsequente Erziehung, damit der Hund weiss, woran er ist.

Denn die psychische Gesundheit spielt auch eine wichtige Rolle für die physische Gesundheit.

Was sind die häufigsten Krankheiten bei Hunden?

Die häufigsten Krankheiten, die ich beobachte, sind Futterallergien. Am meisten betrifft dies Getreideallergien. Hierfür gibt es getreidefreie Ernährung. Krebs ist auch häufiger als früher. Bei älteren Hunden sind Arthrose und Taubheit ein Thema. Krankheitsanfälliger sind Hunde, die aus einer qualitativ schlechten Hundezüchtung stammen.

Was sind die Anzeichen, dass ein Hund aus einer schlechten Züchtung stammt?

Wichtig ist es, den Züchter persönlich zu kennen und zu wissen, wo und wie die Hunde zur Welt kommen. Eine Übergabe an einem komischen Ort ist daher ein «No-Go». Wichtig ist auch ein guter Kaufvertrag mit der Deklaration von wichtigen Informationen wie Impfungen.

Ist es wichtig, eine Gesundheitsversicherung für den Vierbeiner abzuschliessen?

Das muss jeder für sich entscheiden. Für krankheitsanfällige Tiere macht es sicher Sinn. Ein Vergleich der Anbieter betreffend Kosten und Leistungen lohnt sich.

Was zeichnet den guten Hundehalter aus?

Wenn der Hundehalter den Hund nicht vermenschlicht und ihn als Hund behandelt.


Die artgerechte Behandlung steht im Vordergrund. Der Hund braucht Erziehung und Beschäftigung.


Ist es angebracht, mit dem Hund zu reisen?

Ja, möglich ist es, es müssen allerdings gewisse Regeln befolgt werden. Die Hundebox ist grundsätzlich eine Reise- und nicht eine Aufenthaltsbox.

Wichtig sind genug Pausen und Auslauf sowie die Vermeidung von direkter Sonnenbestrahlung. Für Reisen ins Ausland müssen Grundimmunisierungen vorgenommen werden. Bei Flugreisen muss man es sich gut überlegen, wenn der Flug länger als vier Stunden dauert.

Gibt es die Traumdestination für Hunde?

Das gibt es natürlich schon. Am 1. August, wenn es in der Schweiz laut knallt, ist das benachbarte Ausland eine Traumdestination. Es gibt aber auch Traumdestinationen in der Schweiz: zum Beispiel Wanderferien in den Bergen. Ich plane meine Ferien so, dass es auch für meinen Hund passt.

Stichwort Hundehotel: Was ist das genau und was ist zu beachten?

Empfehlenswert sind Hundehotels oder eine Hundepension, wenn man seinen Vierbeiner nicht in die Ferien mitnehmen kann. Das Hundehotel ist eine gute Möglichkeit für eine artgerechte Unterbringung. Allerdings empfiehlt es sich, die Hundehotels vorher zu prüfen und zu besichtigen.

Tierheime sind in erster Linie dazu da, Tiere zu vermitteln, und daher nicht immer für einen Ferienaufenthalt geeignet.

Seit dem 1.1.2017 wurde die obligatorische Hundeprüfung abgeschafft. Ist das sinnvoll?

Der Sachkunde-Nachweis (SKN) wurde abgeschafft. Ich finde das nicht gut. Allerdings finde ich, dass die vier obligatorischen Stunden des herkömmlichen SKN zu wenig waren. Meine Meinung ist, dass jeder, der einen Hund hat, einen Kurs machen sollte. Es ist wichtig, seinen Hund kennenzulernen.

Was ist die grösste Herausforderung bei der Hundeerziehung?

Die konsequente Hundeerziehung ist die grösste Herausforderung. Der Hund, der ohne Leine ist, muss zum Beispiel dem Rückruf des Hundehalters bedingungslos folgen. Das ist sehr wichtig.

Was lernt man bei dir im Hundekurs?

Der Grundgehorsam wird gelehrt, und zwar in Gruppen mit vier bis fünf Mensch-Hund-Parteien. Ich schaue, dass die Hunde keine Party machen und alle zusammen gesittet am Platz arbeiten. Bei Bedarf gebe ich auch Einzelkurse. Ich schule dabei die Beziehungsarbeit zwischen Mensch und Hund. Und das ist mit Arbeit verbunden.


Wir gehst du vor bei der Verhaltensschulung?
 

Der Hund ist ein instinktives Wesen und diesen Trieb kann man nicht einfach «abstellen». Man kann aber diese Instinkte umlenken.
 

Zum Beispiel der Jagdinstinkt – dieser ist ganz unterschiedlich ausgeprägt. Diese Jagdinstinkte können gelenkt werden, indem der Hundehalter die Regeln bestimmt. Ich unterstützte diesen Lernprozess zwischen Hund und Mensch.

Was sind deine Zukunftspläne?

Wir bauen auf freiwilliger Basis ein nationales Hundehalterbrevet auf. Ich bin Teil des Expertenteams. Ich befürworte dieses Brevet sehr, denn diese Schulung ist eine sehr gute Möglichkeit, um das Team Mensch-Hund zu fördern.