Was ist denn besonders heimtückisch an Zeckenbissen?

Es kann bei den Haustieren zu lokalen Reaktionen und Irritationen der Haut kommen, die durch Sekundärinfektionen mit Bakterien oder Hefepilzen verschlimmert werden können.

Zudem werden durch Zeckenbisse Krankheitserreger übertragen – wie zum Beispiel Babesien, Anaplasmen, Ehrlichien und Viren. Diese Erreger können zu schweren Symptomen wie Blutarmut, Blutplättchenarmut, Atemnot, Nasenbluten und nervalen Störungen führen.

Wie stecken sich Haustiere an?

Zecken lauern meist im Gebüsch und am Boden und krabbeln dann auf das Tier. Seltener ist ein Befall von Tier zu Tier oder Tier zu Mensch. Dies ist vor allem dann möglich, wenn Zecken noch nicht Blut gesogen haben.

Welche Möglichkeiten gibt es, um seinen Hund vor Zecken zu schützen?

Es gibt verschiedene Wirkstoffe beziehungsweise verschiedene Formulationen in Form von Sprays, Spot-on, das heisst Flüssigkeit, die man auf die Haut im Nacken aufträgt, spezielle Halsbänder und neu auch einen Wirkstoff in Tablettenform.

Wie sieht eine wirkungsvolle und regelmässige Prophylaxe aus?

Man sollte das Tier nach jedem Spaziergang gründlich auf Zecken kontrollieren, häufig findet man diese aber erst, wenn sie vollgesogen sind und damit bereits potenzielle Erreger übertragen haben. Deshalb ist die regelmässige Anwendung von Ektoparasitika wichtig.

Je nach Präparat resultiert eine unterschiedliche Wirkungsdauer. Bei Spot-on und Sprays wirkt das Mittel meist vier Wochen, die Tablette hat eine Wirkungsdauer von rund zwölf Wochen, das Halsband wirkt bis zu sechs Monate.

Mit welchen Präparaten soll ich meinen Hund behandeln?

Das Präparat hängt in erster Linie von der Tierart, vom Lebensstil sowie vom Alter und Gewicht des Tieres ab. Gewisse Wirkstoffe können für unterschiedliche Spezies giftig sein, wie zum Beispiel Permethrin für Katzen.

Bei Hunden, die viel schwimmen und die sich häufig im Wasser aufhalten, sollte man keine Sprays, Spot-ons oder Halsbänder verwenden, da die Gefahr besteht, dass der Wirkstoff im Wasser abgespült wird. Zudem sind die Wirkstoffe giftig für Fische.

Deshalb sind hier Tabletten sinnvoller. Hunde, die viel in südliche Länder reisen, brauchen zusätzlich einen effektiven Mückenschutz. Mücken können beispielsweise die bekannte Mittelmeererkrankung Leishmaniose übertragen.

Wie entferne ich Zecken richtig?

Wichtig ist, die Zeckenzange oder Pinzette direkt unter dem Kopf anzusetzen, da sonst Gefahr besteht, dass Teile der Zecke in der Haut verbleiben und so zu Hautreaktionen führen können.

Sollte dies passieren, dann wird die betreffende Stelle am besten lokal desinfiziert. Allenfalls sollte man in dieser Situation einen Tierarzt aufsuchen und den Hund gründlich abklären lassen.

Welche Risiken bestehen für Hunde, die ins Ausland reisen?

Hier gibt es wie erwähnt das Risiko von sogenannten Mittelmeererkrankungen, darunter insbesondere die Leishmaniose, die durch Sandfliegen übertragen wird. Es handelt sich um eine nicht heilbare Erkrankung, die unbehandelt einen tödlichen Verlauf nehmen kann. Wichtig ist deshalb eine gute Prophylaxe mittels spezieller Spot-ons oder Halsbändern.

Hunde sollten zudem zur Dämmerungszeit möglichst im Haus behalten werden, denn dann sind die Mücken am aktivsten. Hunde, die sehr viel Zeit im Süden verbringen, können gegen Leishmaniose geimpft werden, allerdings bietet auch dies keinen 100-prozentigen Schutz.

Was gilt es gerade bei Familien mit Kindern zu beachten?

Hier gilt insbesondere Vorsicht vor direktem Wirkstoffkontakt. Zudem sollten die Medikamente sicher aufbewahrt werden. Der Kontakt mit dem Wirkstoff kann beim Streicheln des Tieres erfolgen.

Allerdings versichern die Hersteller, dass die verwendeten Dosen extrem gering und deutlich unter dem dafür zugelassenen Wert liegen. Halsbänder können von Kindern potenziell in den Mund genommen oder verschluckt werden. Tabletten bieten hier den Vorteil, dass kein Wirkstoffkontakt für den Menschen beim Kontakt mit dem Tier vorkommt.