Die ersten warmen Frühlingstage sind da, die Natur erwacht und Zecken, Flöhe und Co. machen sich auf die Suche nach einem geeigneten Wirt. Als Parasiten lassen sie sich auf unseren Haustieren nieder und bringen eine Menge an Problemen mit.

Sei es beim Spaziergang mit dem Hund im Wald, im Kontakt mit anderen Heimtieren oder beim Aufenthalt von bereits mit Flöhen belastenden Räumen sowie dem Herumstreifen der Katzen im Garten; die lästigen Biester lauern überall.

Parasiten­bekämpfung

Flöhe und Zecken sind Thema, wenn es wärmer wird. Zecken werden jedoch bereits ab 7°C aktiv, weshalb auch bei milden Wintern Vorsicht geboten ist. «Flöhe sind über das ganze Jahr hinweg aktiv. Sie sind bei kälteren Temperaturen lediglich in ihrer Vermehrung eingeschränkt; treffen jedoch in unseren Innenräumen auf ideale Wärmeverhältnisse», meint Dr. med. vet. Sylvie Wilhelm, Spezialistin für Dermatologie.

Und erklärt weiter: «Generell wird ein Flohbefall als ungefährlich eingeschätzt, solange das Haustier nicht an einer Allergie auf den Flohspeichel leidet. Dennoch können Hautentzündungen auftreten.


Bei einem Massenbefall können Blutarmut und Bandwurm-Infektionen die Folge sein.
 

Da die Flöhe innerhalb kurzer Zeit tausende Eier ablegen, sollte nebst der konsequenten und regelmässigen Behandlung des Haustieres selbst unbedingt auch die Umgebung gereinigt werden; wenn nötig, mit einem professionellen Kammerjäger.» Anders verhält es sich bei Zecken: «Zecken übertragen mittels Speichel verschiedene Blutparasiten und es kommt zu gefährlichen Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel die Babesiose oder Ehrlichiose.»

Schutz in den Ferien

«In wärmeren Feriendestinationen mit anderen klimatischen Verhältnissen kommen Parasiten vor, die es in der Schweiz (noch) nicht gibt.

Deshalb rate ich vor allem bei Reisen in den Mittelmeerraum unbedingt zehn Wochen vor Ferienantritt den Tierarzt bezüglich Schutzmassnahmen und Prophylaxe aufzusuchen. Unter anderem treten dort Krankheiten, wie die Leish­maniose oder Parasiten wie Herzwürmer auf. Besonders die Leishmaniose ist eine heimtückische Krankheit. Da bei einem Befall des Tieres die Symptome nicht sofort in Erscheinung treten, wähnt sich der Tierhalter in Sicherheit und weiss nicht, dass sein Liebling bereits krank ist», gibt die Ärztin warnend zu bedenken und ergänzt:


«Bei Sandmücken, die die Leishmanien übertragen, können Halsbänder und Spot-on-Präparate schützen. Bei längeren Aufenthalten sollte die Behandlung regelmässig, möglichst während des ganzen Jahres fortgeführt werden.»
 

Massnahmen für Ihren Vierbeiner

Heute sind unzählige Präparate am Markt. Diese reichen von Hundehals­bändern, Spot-on-Präpa­raten, Sprays bis hin zu Tabletten. Neu gibt es Hundehalsbänder zum Schutz vor Flöhen und Zecken zugleich, ohne  Gerüche, unter denen Hunde leiden.

Für Katzen sollten Spot-on-Präparate vorgezogen werden, denn sonst könnten die Samtpfoten je nach Art des Halsbandes irgendwo hängen bleiben und beim Befreiungsversuch strangulieren. Am besten lassen Sie sich vom Tierarzt beraten, denn jeder Vierbeiner reagiert individuell.

Bei den Hausmitteln rate ich ebenfalls sich zu erkundigen, denn teilweise können diese, wie zum Beispiel Knoblauch oder Zwiebeln, bei Katzen und Hunden schädlich beziehungsweise krankmachend für die Haustiere sein.

Um einen wirklichen Schutz vor Zecken zu bieten, ist es bei allen Präparaten wichtig, dass diese während der Zeckensaison lückenlos angewendet werden.

Hilfreiches Vorbeugen

Unterziehen Sie Ihr Haustier einer regelmässigen Parasitenkontrolle. Wenn der Hund nach dem Spaziergang oder die Katze nach ihrem Freigang nach Hause kommt, checken sie das Tier umgehend von Kopf bis Fuss nach Zecken durch, dies erleichtert vieles.

Dabei kann mit einer normalen Fussel-Kleberolle leicht über das Tierfell gestrichen werden und die gerade hineinkriechenden Zecken können sofort weggenommen werden. Finden Sie einen bereits festgesogenen Parasiten, entfernen Sie diesen am besten mit einer Zeckenzange.

Dabei ist vorsichtig vorzugehen; klemmen Sie hautnah die Zecke ein und ziehen Sie diese langsam und gerade heraus. Wichtig ist: «Nicht drehen beim Herausziehen, denn heute weiss man, dass durch Manipulation des Parasiten dieser schädlichen Speichel abgibt», gibt die Ärztin fachmännisch Rat.

Zudem sei es wichtig, dass ihr Kopf mit herausgezogen werde. Wenn allenfalls sonst noch etwas in der Haut stecken bliebe, komme das jedoch nach ein paar Tagen von selbst heraus, meint Wilhelm abschliessend.