Viele Ersthundehalter sind sich bereits vor dem Kauf bewusst, dass sie für die nächsten 10 bis 15 Jahre die komplette Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen werden. Der Vierbeiner soll Wegbegleiter und Freund sein, und das für viele Jahre – auf ein Hundeleben hochgerechnet über 10'000 Stunden!  

Auch ich befinde mich in der glücklichen Situation, dass ich mir in naher Zukunft einen kleinen Hund anschaffen werde und natürlich alles richtig machen möchte. Als Ersthundehalterin stellen sich mir zahlreiche Fragen und bin froh, dass ich die wichtigsten Antworten im Theoriekurs vermittelt bekomme.

«Hunde sind wunderbare Wesen, und sie verdienen einen Halter, der sich mit ihnen auseinandersetzt und sich bestmöglich vorbereitet»

«Ein Theoriekurs erklärt in einfacher und spannender Weise, wie sich ein Hund verhält, wie er kommuniziert und wie man ihn gesund hält, pflegt und welche Regeln es im öffentlichen Raum zu beachten gilt», sagt dazu Philipp Hürlimann.

Ziel des Kurses ist, zukünftige Hundehalter zu sensibilisieren und ihnen bewusst zu machen, was es heisst, einen Hund tierschutzkonform und artgerecht zu halten. «Die präventive Wirkung wird häufig übersehen. Durch einen Theoriekurs werden potenzielle Hundehalter frühzeitig auf ihre künftige Rolle vorbereitet und über ihre Verantwortung aufgeklärt, noch bevor der Hund im Hause ist. Dazu gehören auch Tipps, wie man einen guten Züchter findet und welche Rassen für einen geeignet sind bezüglich Temperament und Bedürfnis nach Beschäftigung», so Hürlimann.

Nicht mehr obligatorisch, aber noch gleich wichtig!

Bisher war dieser Theoriekurs obligatorisch. Wer sich zum ersten Mal einen Hund anschaffte, belegte vorher den vierstündigen Theoriekurs und erlernte in diesem das kleine Einmaleins der Hundehaltung. Nun hat der Nationalrat entschieden, das Hundekursobligatorium auf Bundesebene (frühestens ab 1.1.2017) aufzuheben.

Danach wird das Thema Hundekurse wieder auf kantonaler Ebene individuell geregelt. «Der Grossteil der Schweizer Hundehalter ist sehr verantwortungsbewusst und wird sich das nötige Wissen auch ohne gesetzlichen Zwang aneignen wollen.

Das Problem sehe ich in den 20 Prozent der neuen Hundehalter, die freiwillig zu wenig Verantwortung wahrnehmen. Ohne das Obligatorium gehen wir ein reales Risiko ein, wieder mehr falsch oder nicht erzogene Hunde und damit auch mehr Vorfälle zu sehen. Hunde sind wunderbare Wesen, und sie verdienen einen Halter, der sich mit ihnen auseinandersetzt und sich bestmöglich vorbereitet», betont Hürlimann.  

Hundekurs online

Inzwischen kann der Kurs auch im «Selbststudium» online durchgeführt werden. Für mich perfekt! Ich kann zeitlich und örtlich unabhängig in meinem Tempo das Kursmaterial durcharbeiten und habe dennoch bei Fragen eine  Beratung durch professionelle Hundetrainer.

Und für mich ist  klar: Auch wenn der Kurs nicht mehr obligatorisch ist, so  gehört es zum guten Ton und sollte selbstverständlich sein, dass jeder Ersthundebesitzer den Kurs absolviert.