Seit ich mich erinnern kann, werden in meiner Familie Katzen gehalten. Das spezielle Wesen dieser Tiere fasziniert mich auch heute immer wieder von Neuem.

Gemäss einer österreichischen Studie ist ein Leben ohne Haustier für viele undenkbar. Die Tierhaltenden sehen ihre Katze als Freund, Partner oder sogar als Familienmitglied. Die emotionale Bindung an das Tier reicht oft tief.

Lebensqualität bis ins hohe Alter

In der Schweiz werden momentan circa 1,65 Millionen Katzen gehalten.

Seit Beginn meiner Praxistätigkeit vor dreissig Jahren hat die Lebenserwartung von Katzen stetig zugenommen. Heute sind 18-jährige Katzen in unserer Praxis keine Ausnahme mehr.

Durch korrekte, abgestimmte Impfungen, katzengerechte Fütterung und gute Haltung ist ein hohes Alter mit hervorragender Lebensqualität möglich geworden.

Ein besonderes Augenmerk gilt den Zähnen

Damit Ihre Katze ein langes und gesundes Leben geniessen kann, empfehle ich regelmässige Besuche in der Tierarztpraxis. Selbstverständlich wird Ihre Katze bei jeder tierärztlichen Kontrolle komplett untersucht. Dabei können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nieren- und Lebererkrankungen bereits im Frühstadium erkannt werden.

Natürlich kommen auch die Parasitosen der Katze zur Sprache. Die Tierärztin oder der Tierarzt informiert Sie über Prophylaxe- und Therapiemöglichkeiten bei Wurm-, Floh- oder Zeckenbefall. Ein besonderes Augenmerk gilt der Maulhöhle und den Zähnen der Katzen.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass viele Katzen unter Zahnproblemen leiden, die erst bei genauerer Untersuchung und Röntgenaufnahmen zum Vorschein kommen.

Bei erfolgter Diagnose können die Zähne saniert und die Schmerzen getilgt werden.

Sehr wichtig ist die regelmässige Prüfung und Auffrischung des Impfstatus Ihrer Katze. Der Ausbruch einer sehr aggressiven Calicivirus-Infektion (Virus beteiligt am Katzenschnupfenkomplex) mit Todesfällen Ende 2016 hat uns wieder vor Augen geführt, wie wichtig ein guter Impfschutz für eine gesunde Katzenpopulation ist.

Die Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin hat auf ihrer Webseite die aktuellen Impfempfehlungen für Katzen aufgeschaltet: www.svk-asmpa.ch. Mit der zunehmenden Mobilität der Gesellschaft verändert sich die Seuchensituation – Erreger werden so häufiger in den Umlauf gebracht und die Ansteckungsgefahr für nicht geimpfte Katzen wird immer grösser.

Präzisere Diagnosen erlauben bessere Versorgung

Einen grossen Fortschritt in der Katzenmedizin hat die bildgebende Diagnostik gebracht. Mit Ultraschalluntersuchungen, Röntgen, Computertomografie und Magnetresonanztomografie durch Spezialisten können, in Zusammenarbeit mit veterinärmedizinischen Laboratorien, präzisere Diagnosen gestellt werden.

Diese ermöglichen wiederum ganz spezifisch angepasste Therapien von kranken Katzen. Neue Generationen von Medikamenten zur Behandlung von Katzenkrankheiten zeigen noch weniger Nebenwirkungen – alles im Sinne einer guten Katzengesundheit.

So findet zum Beispiel auch die Komplementärmedizin, die sich als Alternative oder Ergänzung zu gängigen schulmedizinischen Methoden versteht, ihren Platz im Therapieplan. Besonders in der Prävention oder zur Unterstützung bei chronischen Erkrankungen gewinnen komplementärmedizinische Methoden immer mehr an Bedeutung.

Kontrolle der Katzenpopulation durch Kastration

Bei der hohen Katzenpopulation in der Schweiz ist es sehr wichtig, dass wir die Fortpflanzung der Katzen im Auge behalten. Kastration von männlichen und weiblichen Katzen ist das beste Instrument, um der unkontrollierten Vermehrung den Riegel zu schieben.

Auch in der Schweiz leben immer noch zu viele verwilderte Katzen mit teilweise katastrophalem Gesundheitszustand. Diverse Tierschutzorganisationen – allen voran NetAP – haben sich dieser Thematik angenommen und versuchen in regelmässigen Kastrationsaktionen dieses grosse Katzenleid zu vermindern.