Der Mensch mag es gerne süß oder salzig, sauer, geräuchert und fettig. Doch was dem Menschen schmeckt, ist nicht gut für das Tier. «Wenn wir unsere Haustiere in der Ernährung zu sehr vermenschlichen, kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen», sagt der Geschäftsführer des Verbandes für Heimtiernahrung, VHN, Stefan Emmenegger. Vielen Tierhaltern sei gar nicht bewusst, welche Folgen eine falsche Ernährung für Hund oder Katze hätten. Essensreste könnten für Hund und Katze unter Umständen sogar giftig sein, so Emmenegger.

Der Organismus eines Hundes und einer Katze unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom menschlichen Organismus. So können beispielsweise aufgrund einer anderen Enzymausstattung bestimmte Stoffe in Zwiebeln und Knoblauch die roten Blutkörperchen des Hundes und der Katze zerstören und zur bedrohlichen Blutarmut führen. Rohes Schweinefleisch kann für den Menschen unbedenkliche, für den Hund jedoch tödliche, Keime enthalten. Dies ist vor allem in der Frischfleischfütterung (Barf) zu beachten. Einige Avocadoarten enthalten das für Hunde giftige Persin, welches den Herzmuskel angreifen und schlimmstenfalls zum Tod führen kann. Tabu für den Hund ist auch Schokolade. Sie enthält das giftige Theobromin.

Richtige Nährstoffzusammensetzung

Manche Tierhalter investieren viel Zeit und bereiten das Futter für das Tier nach bestem Wissen selbst zu. Doch auch das hält der Experte für bedenklich. «Es ist sehr schwierig, wirklich die richtige Nährstoffmischung und Vitaminzusammensetzung zu erreichen.» Eine sichere Methode sei, so Emmenegger, auf das reichhaltige Angebot der Heimtiernahrungsindustrie im Handel zurückzugreifen. Um hier die richtige Auswahl zu treffen, sei es aber wichtig, die Bedürfnisse des eigenen Tieres genau zu kennen. Vor allem das Alter, der Gesundheitszustand und die Rasse spielten eine Rolle. Auch müsse die Fütterung dem Energiebedarf angepasst werden.

Der VHN hat zusammen mit dem europäischen Dachverband wissenschaftlich abgestützte Richtlinien für die Futtermittelindustrie erarbeitet, die die Zusammensetzung der Nahrung und den Vertrieb der Produkte regeln. Ein Aspekt hierbei ist die Kategorisierung der Heimtiernahrung. So wird nach der Verwendungsart, dem Herstellungs-prozess und dem besonderen Ernährungszweck unterschieden. Zur besseren Orientierung ist auf den Verpackungen also jeweils angegeben, ob es sich um Voll- oder Ergänzungsnahrung, um Nass- oder Trockennahrung oder um eine Zwischenmahlzeit handelt.

Emmenegger empfiehlt, sich auf jeden Fall an die angegebenen Fütterungsvorschriften zu halten. Übergewicht sei eine häufige Folge von Fütterungsfehlern und spiele bei vielen Krankheiten, wie Diabetes, Gelenkerkrankungen und Herzkreislauferkrankungen eine Rolle. Unverträglichkeiten seien selten zu beobachten. Ein gutes Futter zeige sich beim Tier in leuchtendem Fell, starken Zähnen, guter Verdauung, Vitalität und Lebensfreude.