Katze: Beliebtestes Haustier

Gemäss einer Studie des Schweizer Tierschutz STS ist die Katze das beliebteste Haustier in der Schweiz und findet sich beinahe in jedem dritten Haushalt. «Die schweizerische Gesamtpopulation dürfte um die 1,2 bis 1,4 Millionen Tiere betragen, davon sind Zehntausende herrenlos», schätzt Dr. Hansuli Huber, Geschäftsführer Fachbereich vom Schweizer Tierschutz STS. Bei diesen Zahlen kann von einem echten Streunerproblem gesprochen werden.

Tierschutzproblem Katzenelend

Eine der Hauptursachen für das Leid der streunenden Katzen kann in der unkontrollierten Vermehrung gesehen werden. Hansuli Huber berichtet besorgt: «Viele private Katzenhalter halten und pflegen die Katzen heute gut und kastrieren sie.

Dennoch gibt es immer noch ein gravierendes Problem gesundheitlich angeschlagener, herrenloser Katzen, die sich unkontrolliert vermehren. Da Katzen heute bis zu dreimal Junge haben können, wachsen solche Kolonien unheimlich rasch. So leben zu viele Katzen auf zu engem Raum, was zu Revierkämpfen und Verletzungen führt. Krankheiten und Parasiten breiten sich aus.»

Gemeinsam für gesunde Katzen

«Immer noch gibt es viel zu viele verwilderte Katzenkolonien auf Bauernhöfen, in Schrebergärten oder auf Campingplätzen. Der Spruch ‹Kastrierte Katzen mausen nicht mehr› ist ein Vorurteil, das überhaupt nicht stimmt und sich gerade in Bauernkreisen hartnäckig hält.

Dabei ist es keine Lösung, die Katzen abzuknallen oder zu ersäufen, sondern man soll sich um sie kümmern, ihnen Futter und Gesundheitspflege zukommen  lassen und ihre Fortpflanzung unterbinden oder zumindest kontrollieren.

Der STS und seine 71 Sektionen kümmern sich aktiv seit vielen Jahren darum und es stellen sich bereits die ersten Erfolge ein», führt Huber weiter aus. Der Schweizer Tierschutz hat ein gemeinsames Merkblatt mit dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband herausgebracht, das genau auf die Problematiken eingeht. Als Folge dieser gemeinsamen Aktion mit Landfrauen und Bäuerinnen wurden im letzten Jahr von STS/Sektionen über 1000 Bauernhofkatzen mehr kastriert.

Lösung Kastration

Der STS und seine Sektionen führen jährlich zwischen 10000 und 12000 Kastrationen durch, unterstützt durch einzelne Tierärzte, die zu günstigeren Tarifen arbeiten, und zum Teil in Zusammenarbeit mit NetAP. «Kastrationen sind vor allem für weibliche Tiere immer ein erheblicher Eingriff.

Wir versuchen aber, mit Tierärzten zusammenzuarbeiten, die über das nötige Feingefühl, Können und Wissen, auch zur Schmerzminimierung, verfügen», betont Huber. Besonders wichtig ist Huber, dass bereits das Anschaffen einer Katze gut und wohl überlegt sein will. «Stellen Sie sich die Frage, ob Sie genügend Zeit für das Tier haben und auch über mehr als zehn Jahre über genügend Geld verfügen, denn eine Katze kostet pro Jahr zwischen 1000 und 1500 Franken!

Leider gibt es zu viele Halter, die ihrer Tieren rasch wieder überdrüssig werden. Beobachtet man tierschutzrelevante Katzenhaltungen oder verwilderte, nicht betreute Katzenkolonien, soll man den Tierschutzverein vor Ort oder den STS kontaktieren. Wir verfügen über zwei Tierärzte, welche schweizweit Tierschutzfällen nachgehen», informiert Huber.

«Die unkontrollierte Vermehrung führt jedes Jahr zu neuem Katzenelend. Bestenfalls landet ein Teil der Tiere im Katzenheim. Durch Kastration kann dieses Problem vermindert und der Anstieg des Katzenbestands reduziert werden», meint Huber abschliessend.

Tipps

  • An wen wenden bei verwilderten, herrenlosen Katzen oder Problembeständen: STS oder Tierschutzverein vor Ort (www.katzenelend.ch und www.tierschutz.com)
  • Eigenes Haustier kastrieren: Termin beim Vertrauenstierarzt
  • Merkblätter und Broschüren zur tierfreundlichen Katzenhaltung, zu auftretenden Haltungs- und Verhaltensproblemen und zur Kastration sind beim STS (www.tierschutz.com) gratis erhältlich.