Mit Flohstichen bei Hunden und Katzen ist nicht zu spassen. «In einigen Fällen können sie zu Hautentzündungen führen. Eine Sekundärinfektion mit Bakterien oder Hefen verschlimmert die Situation sogar noch. Ausserdem kann ein starker Befall eine Blutarmut oder eine Flohbiss-Allergie auslösen», weiss Dr. Sylvie Wilhelm, Spezialistin für Dermatologie.

Während Flöhe immer Saison haben, sind Zecken in den wärmeren Monaten aktiv, was sie jedoch nicht harmloser macht. Zecken verbreiten über ihren Speichel verschiedene Blutparasiten, durch deren Übertragung es zu schwerwiegenden Symptomen kommen kann.

Beim Entfernen rät Wilhelm: «Keine Öle oder Flüssigkeiten auftragen und auch nicht an der Zecke drehen, sondern die Zecke hautnah mit einer Pinzette greifen und durch kontinuierlichen Zug herausziehen.»

Verschiedene Präventionsmethoden

Wer seinem Vierbeiner viel unnötiges Leid ersparen will, betreibt Prävention. Die Möglichkeiten zur Parasitenbekämpfung sind zahlreich. So gibt es sogenannte «Spot-on»-Präparate in Ampullenform, deren Flüssigkeit man monatlich bis vierteljährlich direkt auf die Haut aufträgt. Zusätzlich kann der Besitzer seinem Tier ein «Ungeziefer-Halsband» anlegen, das eine Wirkungsdauer von bis zu acht Monaten hat.

Beim Tierarzt gibt es gut verträgliche Tabletten, deren Wirkung je nach Tablettentyp bis zu drei Monate anhält. Weitere Optionen sind Floh- und Zeckensprays. Welches Präparat man auch wählt, wichtig ist gemäss Wilhelm ein lückenloser Schutz. Denn so wird das Infektionsrisiko vermindert.

Lückenloser Schutz

Wenn Präparate nur einen Monat wirken, sollte man nicht warten, bis wieder Zecken und Flöhe sichtbar werden. So riskiert man die Übertragung von Krankheiten. Je länger ein Präparat wirkt, umso geringer ist somit das Risiko von Behandlungslücken.

Wirkung und Nebenwirkungen

Bei den Parasiten greifen die Wirkstoffe direkt Teile des Nervensystems an und führen vor allem über Lähmungen oder Exzitation zum Tod. Als zusätzliche Wirkung, oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen, hemmen einige Produkte auch die Eiablage der Flöhe. «Dies ist sehr wichtig, da nur circa fünf Prozent der Flöhe direkt auf dem Tier sind. Eier, Larven und Puppen befinden sich alle in der Umgebung», erklärt Wilhelm.

Alle Medikamente mit einer Wirkung können auch Nebenwirkungen haben. Diese sind jedoch aufgrund ausgiebiger Sicherheitsstudien vor der Registrierung selten. Trotzdem empfiehlt die Dermatologin, dass vorgängig mit dem Tierarzt besprochen werden soll, welches Produkt jeweils bei einem Haustier indiziert ist.

Sollten Hunde oder Katzen auf ein Medikament mit einer Nebenwirkung reagieren, ist es sehr wichtig, diese dem Haustierarzt und Arzneimittelhersteller zu melden. Generell gehören Medikamente nicht in die Reichweite von Kindern und anderen Haustieren.

Vorsicht bei Reisen in den Süden

In unseren Breitengraden stellen Zecken und Flöhe das Hauptproblem für Katzen und Hunde dar. Doch in anderen Ländern lauern andere Parasiten. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man mit dem Hund in Mittelmeerländer reist.

Im Süden existieren zum Beispiel Herzwürmer sowie Sandmücken, Überträger einer unheilbaren Krankheit. «Um den Hund vor Sandmücken zu schützen, helfen Halsbänder und Spot-on-Präparate mit Permethrin oder Deltamethrin», so Wilhelm. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Produkte frühzeitig vor Reiseantritt aufgetragen werden.

Bei Reisen ins Mittelmeerraumgebiet mit dem Hund hängt die richtige Vorbeugung einer Herzwurm-Infektion von der Dauer des Aufenthalts ab.Bei weniger als einem Monat reicht nach der Heimkehr zur Vorbeugung Milbemycin/Praziquantel-Tablette. Bei längeren Aufenthalten sollte die Behandlung monatlich durchgeführt werden», ergänzt sie.