In so manchem Haushalt werden Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel allein in engen Käfigen gehalten, was gegen die Natur der Tiere geht.

Halter müssen sich im Vorfeld immer gründlich über die Bedürfnisse des Neuzugangs informieren

Tierärztin Dörte Röhl von der Tierrechtsorganisation Peta erklärt: «Die meisten Kleintiere sind soziale Lebewesen. Kaninchen und Meerschweinchen leben in der Natur in teils grossen Gruppen zusammen, viele von Menschen gehaltene Vögel in riesigen Schwärmen. Sie einzeln zu halten, kommt einer lebenslänglichen Einzelhaft nahe.»

Gemeinsam glücklicher

Folgende Punkte sind laut der Tierexpertin für ein glückliches Miteinander bei der Haltung unbedingt zu beachten:

  • Kaninchen und Meerschweinchen brauchen viel Platz und regelmässigen Auslauf. Ideal wäre etwa ein sicheres Gehege im Garten. Andernfalls muss den Tieren in der Wohnung ausreichend Platz zur Verfügung stehen. Ein handelsüblicher Käfig ist nie der passende Lebensraum.
  • Meerschweinchen und Kaninchen benötigen mindestens einen arteigenen Partner. Leider hält sich die falsche Annahme hartnäckig, dass ein einzelnes Kaninchen problemlos mit einem Meerschweinchen zusammenleben könne. Früher wurde die gemeinsame Haltung sogar empfohlen – ein für die Tiere trauriger Trugschluss.
    Denn Meerschweinchen kommunizieren über eine vielfältige Lautsprache, Kaninchen hingegen verständigen sich eher durch Körpersprache und können sich gestört fühlen. Kaninchen sind Meerschweinchen zudem körperlich meist überlegen und es kann zu ernsthaften Verletzungen der Meerschweinchen kommen.
  • Vögel brauchen täglich viele Stunden Freiflug – Kein Vogel wurde geboren, um sein Leben in einem Käfig zu fristen. Ein Balkon oder eine Veranda kann zu einer Voliere umgebaut werden, in der die gefiederten Freunde Platz zum Fliegen haben.
    Noch besser wäre eine grosse Aussenvoliere mit Schutzraum im Garten.
  • Fehlen Artgenossen, kann das zum Beispiel bei den besonders sozialen Papageien und Sittichen zu schwerwiegenden Verhaltensstörungen führen: Sie können aggressiv auf den Halter reagieren oder sich selbst verstümmeln.

Kurz: Halter müssen sich im Vorfeld immer gründlich über die Bedürfnisse des Neuzugangs informieren.

Wer sich für die Aufnahme eines tierischen Freundes entscheidet, sollte diesen nicht beim Züchter oder im Zoofachhandel kaufen, sondern lieber einem heimatlosen Tier aus dem Tierheim ein neues liebevolles Zuhause schenken.