«Jedem Hundehalter sollte ans Herz gelegt werden, sich ein kynologisches Allgemeinwissen anzueignen», sagt Patricia Wantz.  Dieses Wissen rund um Erziehung, Verhalten, Auslastung und Pflege hilft, auf Fragen im Alltag die richtigen Antworten zu finden. Viele Fragen stellen sich nämlich bereits vor dem Hundekauf: Was braucht ein Hund für ein glückliches und ausgeglichenes Leben? Welche Gesetze muss ich beachten? Hier greifen die sogenannten SKN-Kurse ein. Seit 2008 schreibt das Tierschutzgesetz einen Sachkundenachweis für Hundehalter vor. Der theoretische Teil muss von jedem Neuhundehalter absolviert werden.

Von Theorie zu Praxis

Ist der Hund dann im Haus, gibt es weitere Fragezeichen. Wie kann ich meinen Hund gut sozialisieren? Wie kann ich ihm etwas beibringen oder abgewöhnen? Wie kommuniziere ich mit ihm? Dafür ist der zweite Teil des SKN-Kurses gedacht. In der praktischen Ausbildung lernt man den Hund im Alltag richtig zu führen und Risikosituationen einzuschätzen. Diesen Kurs muss ein Halter mit jedem seiner Hunde besuchen, egal wie viele Tiere er davor schon hatte.

Wahl der Ausbildungsstätte

Doch es gibt verschiedene Ansätze, wie ein Hund zu erziehen ist – nicht alle sind tierfreundlich. Darum gilt: Augen auf bei der Wahl der Hundeschule. Bezeichnungen wie «Verhaltensberater» oder «Hundetrainer» sind rechtlich nicht geschützt. Jedermann kann sich so nennen. Wobei SKN-Kurse nur von zertifizierten Personen durchgeführt werden dürfen. Gute Hundetrainer sind um eine solide Aus- und Weiterbildung bemüht, um sich stets an den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu orientieren. Stimmen diese Voraussetzungen, bringt ein Sachkundenachweis-Kurs jedem Mensch-Hund-Team einen Mehrwert. Doch, wie überall, gibt es auch hier schwarze Schafe unter der Trainerschaft.
Auf Trainingsplätzen, wo vor allem über Strafe gearbeitet und der Mensch als Rudelführer betrachtet wird, ist Vorsicht geboten. Zeitgemässe Methoden basieren nicht auf Druck und gefügig machen, sondern auf Belohnung und Verstärkung des gewünschten Verhaltens. Die Art wie ein Hund lernen darf, hat grossen Einfluss auf sein Wohlbefinden und  auf seine Entwicklung. Mit dem nötigen Wissen kann beides positiv beeinflusst werden.

Hundeschule Dos and Don'ts

DOS

+ Hund und Mensch fühlen sich wohl und haben Spass beim Training

+ Der Hundetrainer verfügt über nachweisbare Aus- und Weiterbildung

+ Übungen werden so gestaltet, dass das Tier für sein Verhalten belohnt werden kann

DONTS

- Das Training basiert auf Methoden, die beim Hund Angst, Wut oder Frust auslösen

- Übungen lassen den Hund bewusst in Fehler tappen, um ihn anschliessend zu bestrafen

- Auf individuelle Bedürfnisse und rassenspezifische Eigenschaften wird nicht eingegangen,
stattdessen werden alle Hunde nach dem gleichen Schema behandelt