Ich möchte mir ein Haustier kaufen. Worauf muss ich beim Tier gesundheitlich achten?

Dr. Jean C. Pfister: Das kommt darauf an, ob man sich für ein Rassetier interessiert oder für eines aus dem Tierheim. Ein Rassetier aus der Zucht bekommt man im Allgemeinen mit dem dazugehörigen Stammbaum und es wurde bereits von einem Tierarzt untersucht. Vielleicht muss man es noch zum Haustierarzt für eine Nachimpfung vorbeibringen, zum Beispiel um es vor Ekto- und Endoparasiten zu schützen. Bei Hunden oder Katzen vom Tierheim muss man etwas aufmerksamer sein: Ein Tier aus dem Heim muss nicht nur auf die Gesundheit untersucht werden, sondern auch auf sein Verhalten.

Welche Krankheiten sind auch für den Menschen gefährlich?

Es gibt Krankheiten, die auf den Menschen übertragbar sind. Eine von ihnen ist z. Bsp. eine Hautpilzerkrankung, die sich durch rote Flecken äussern kann. Wenn man solche Flecken an seinem Tier bemerkt, muss man vorsichtig sein und einen Tierarzt aufsuchen, ansonsten ist es möglich, dass man eine eventuelle Pilzerkrankung zu spät bemerkt und sie auf uns Menschen überspringt. Vor allem im Umgang mit Kindern können sich Hautkrankheiten bei Haustieren schnell übertragen, da Kinder meist einen näheren Kontakt zu Haustieren pflegen als Erwachsene. Gefährlich ist diese Krankheit für Menschen aber nicht.

 

Wie sieht man, ob ein Tier gesund ist?

«Vorsicht bei roten Flecken! Es könnte ein ansteckender Pilz sein.»

Der wichtigste Hinweis auf eine gute Gesundheit ist das Verhalten des Tieres. Kommt es, wenn man es ruft? Versteckt es sich häufig? Hat das Tier verhältnismässig viel Angst? Zeigt das Tier ein natürliches Spielverhalten auf? Aber auch optische Merkmale sind wichtig: Ist das Tier gut genährt? Ist das Fell dicht und glänzend oder licht und matt? Ein kleiner Blick ins Ohr empfiehlt sich ebenfalls: Wenn auf den ersten Blick alles schwarz ist und Milben sichtbar sind, ist das sicher ein therapiebedürftiger Zustand. Auch der Mund soll begutachtet werden. Die Zähne sollen weiss sein. Bei ungesunden Hunden sind sie gelblich und das Zahnfleisch zu rot. Vereinfacht kann man aber sagen, dass ein gesundes Tier ein glückliches Tier ist. Solange es herumspringt und sich normal verhält, kann man davon ausgehen, dass es ihm gut geht.

 

Gegen was muss man sein Haustier impfen?

Den Hund sicher gegen Parvovirose, Hundestaupe, Hepatitis, Parainfluenza Virus und Leptospirose. Die fünf genannten Erkrankungen werden mit einer Grundimmunisierung und Nachimpfung abgedeckt. Wer mit seinem Hund über die Schweizer Grenze reist, muss ihn gegen Tollwut impfen, was wir in der Schweiz eigentlich nicht haben. Bezüglich Tollwut gilt dasselbe für Katzen, die das Land ein- oder mehrmals verlassen. Katzen soll man zudem jährlich gegen die Katzenseuche,  -schnupfen und Katzenleukose impfen.   

 

Woran merkt man, dass das Haustier krank ist?

Wenn es plötzlich sein Verhalten ändert, vielleicht nicht mehr fressen möchte oder gar erbricht. Hat das Tier Durchfall, sollte man es auch genauer beobachten. Wenn eine Katze oder ein Hund Schmerzen an den Pfoten hat, hebt er diese meist in die Luft und leckt daran. Es ist gut möglich, dass das Tier wütend reagiert, wenn man die wunde Stelle anfassen möchte.

 

Unter welchen Krankheiten leiden insbesondere Haustiere in der Schweiz?

Hautkrankheiten und Verdauungsprobleme sind die häufigsten Beschwerden der Schweizer Haustiere. Bei älteren Tieren sind es auch oft Störungen des Bewegungsapparates. Auch Probleme mit den Ohren oder Zähnen sind ein häufiger Grund, weswegen meine Patienten mich aufsuchen.


Dr. Jean C. Pfister, Präsident der Schweizer Vereinigung für Kleintiermedizin


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