Viele Tätigkeiten, die gesunde Menschen quasi unbewusst erledigen, werden für Parkinsonpatienten zum Hindernis. Den Reissverschluss der Jacke schliessen, die Schuhe binden oder eine Wasserflasche öffnen: Solche Alltäglichkeiten können wegen der motorischen Störungen zu fast unüberwindbaren Hürden werden. «Nach der Diagnose Parkinson kämpfen viele Patienten mit Gefühlen von Wut, Angst und Verunsicherung. Gleichzeitig beschäftigen sie und ihre Angehörigen zahlreiche Fragen», sagt Jörg Rothweiler, Leiter Kommunikation von Parkinson Schweiz. Kann ich meinen Beruf weiter ausüben, darf ich noch Auto fahren, kann ich Sport treiben oder eine Reise unternehmen? Solche Fragen stellen sich meist direkt nach der Diagnose der Erkrankung.

Ein grosser Vorteil für alle

«Bei Parkinson ändert sich das Leben, anders als bei akuten Leiden, eher schleichend. Die meisten Patientinnen und Patienten können ihr Leben zumindest in den ersten Jahren wie bisher weiterführen und kommen auch im Alltag gut zurecht», betont Rothweiler. Gut für das Selbstwertgefühl ist es, die berufliche Tätigkeit fortzusetzen. «Zu bedenken ist aber, dass die Leistungsfähigkeit langsam abnimmt und teilweise schwankt. Das kann zu Missverständnissen und Spannungen führen.» Daher sei für Patienten im Erwerbsalter eine frühzeitige neutrale Beratung punkto Sozialversicherungen, in die nach Möglichkeit auch der Arbeitgeber eingebunden wird, besonders wichtig – zum Vorteil beider Parteien, rät Rothweiler.