Die Studie, die Pro Senectute 2015 durch das Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich durchführen liess, widerlegt landläufige Vorurteile.

Viele ältere Menschen haben im Umgang mit dem Internet noch Hemnisse

Der Anteil der Online-Senioren hat seit 2010 um gut die Hälfte zugenommen, ein Drittel von ihnen verfügt über Tablets oder Smartphones.

Die Studie zeigt zudem, dass sich Onliner dank dem Internet sozial integrierter fühlen. Eine Mehrheit ist gleichzeitig der Ansicht, dass sie mit Hilfe des Internets länger selbstständig bleiben könne.

Und dennoch: Auf die gesamte Bevölkerung ab 65 Jahren umgerechnet, nutzen erst 56 Prozent der Senioren das Internet.

Verglichen mit der gesamtschweizerischen Internetnutzung (88 Prozent) ist dies ein verhältnismässig tiefer Wert.

Angst vor Problemen

Einer der Gründe dürfte sein, dass viele ältere Menschen im Umgang mit dem Internet noch Hemmnisse haben. An erster Stelle stehen bei älteren Menschen Sicherheitsbedenken und Angst vor Problemen im Umgang mit dem Internet.

Ein anderer Punkt ist, dass manche Senioren im Internet keinen direkten Nutzervorteil sehen. Deshalb dürfte sich eher jemand für das Internet entscheiden, wenn er es persönlich als nützlich empfindet und es zudem leicht bedienbar ist.

Die Studie zeigt weiter auf, dass Personen ab 65 Jahren das Internet und den Computer nutzen, einige von ihnen sogar das mobile Netz und das Smartphone.

Dabei greifen ältere Menschen vorwiegend auf das Internet zurück in Bereichen wie zum Beispiel SBB-Fahrpläne, Reiseangebote sowie Weiterbildung und Gesundheitsthemen.

Viel genutzt werden auch E-Mail, weniger in Frage kommen multimediale Inhalte, Spiele, Internetforen und soziale Netzwerke oder der Verkauf von Waren.

Grosse Herausforderung

Durch die zunehmende Digitalisierung des Alltags wird die Internetnutzung heute immer selbstverständlicher. Die Gefahr, dass Offliner von der heutigen Informationsgesellschaft ausgeschlossen werden, muss deshalb auf breiter Ebene diskutiert werden.

Die Forderung, permanent online zu sein, ist aber weder sinnvoll noch zweckdienlich. Wenn jemand das Internet nicht nutzen will, muss man das akzeptieren.

Auch wenn in Zukunft eine weitere Annäherung der Nutzungszahlen zwischen den Generationen zu erwarten ist, ist davon auszugehen, dass es immer einen Nutzungsunterschied zwischen der älteren und der jüngeren Bevölkerung geben wird.

Einer der Gründe dürfte sein, dass immer neuere und teilweise kompliziertere Technologien den künftigen Alltag bestimmen und damit eine Herausforderung gerade für ältere Menschen sein werden.

Deshalb sei eine altersgerechte Schulung älterer Menschen im Umgang mit dem Internet wichtig, betonen Fachleute. Verschiedene Institutionen bieten heute Internet-Kurse für Senioren an, die rege genutzt werden.

Die älteren Menschen schätzen vor allem, dass sie mit Menschen ihres Alters die Welt des Internets so kennenlernen können.