Cholesterin? Das Wort hat einen unfreundlichen Klang, und tatsächlich machte man Jahrzehntelang Cholesterin für Herzinfarkte und Schlaganfälle mitverantwortlich. Was aber ist das überhaupt?

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die hauptsächlich in der Leber produziert wird und viele wichtige Funktionen erfüllt. Sie ist Ausgangssubstanz verschiedener Hormone, Bestandteil von Zellwänden und wird benötigt, um die für die Verdauung wichtige Gallensäure zu bilden. Zu viel Cholesterin kann aber die Entstehung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) fördern. Man unterscheidet zwischen «gutem» HDL-Cholesterin und «schlechtem» LDL-Cholesterin.

Zu hohe Blutfettwerte spürt man nicht, und so ist vielen Betroffenen gar nicht bewusst, dass ihr Cholesterinspiegel erhöht ist

Ist zu viel schlechtes Cholesterin im Blut, lagert sich das überschüssige Cholesterin in den Gefässwänden ab und führt so zu einer Verengung der Arterien. Das gute HDL-Cholesterin hingegen transportiert überschüssiges Cholesterin übers Blut zurück zur Leber und wirkt somit der Blutgefässverengung entgegen.

Keine Anzeichen

Zu hohe Blutfettwerte spürt man nicht, und so ist vielen Betroffenen gar nicht bewusst, dass ihr Cholesterinspiegel erhöht ist, also den aktuell gültigen Grenzwert von 200 Milligramm Gesamtcholesterin pro Deziliter im Blut übersteigt. Häufig wird dies nur zufällig entdeckt, und dann stellt sich die Frage: Was tun? Nebst der Gabe von cholesterinsenkenden Medikamenten wurde lange Zeit empfohlen, auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten. Eier, Butter, Käse und Würste sollte man meiden, denn das darin enthaltene Cholesterin schade der Gesundheit.

Inzwischen ist man aber davon abgekommen, bestimmte Nahrungsmittel zu verbieten, denn die Cholesterinwerte im Blut werden durch «falsche» Ernährung kaum erhöht. Will man sein Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten senken, sollte man auch an andere Faktoren wie Rauchen, einen zu hohen Blutdruck, Bewegungsmangel oder Übergewicht einbeziehen. Etwas Sport und eine bewusste Ernährung sind also wichtig. Hier können auch Pflanzenstanole helfen. Sie haben eine ähnliche Struktur wie Cholesterin und kommen zum Beispiel in Getreide, Soja oder Mais vor. Und: Sie hemmen nachweislich die Aufnahme von Cholesterin in den Blutkreislauf.

Kombiniert man sie mit Pflanzenölextrakten, erhält man den sogenannten Pflanzenstanolester. Dieser ist gut löslich und kann deshalb gebräuchlichen Lebensmitteln wie zum Beispiel Milchprodukten beigegeben werden. Allerdings sollten diese Produkte nur von Personen konsumiert werden, die tatsächlich einen erhöhten Cholesterinspiegel haben, so das Bundesamt für Gesundheit BAG.