Wohl jeder Mensch möchte so lange wie möglich selbstbestimmt leben. Trotzdem beschäftigen sich nur wenige mit der letzten Lebensphase. Der  Gedanke an den eigenen Tod ist unangenehm, sodass man ihn gerne verdrängt. Trotzdem sollte man rechtzeitig darüber nachdenken, was man will, wenn man nicht mehr selber entscheiden kann – und das kann in jedem Alter passieren.

Patientenverfügung

Mit einer Patientenverfügung regelt man, welche medizinischen Behandlungen man wünscht beziehungsweise ablehnt, wenn man sich dazu nicht mehr äussern kann. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn man im Koma ist oder unter fortgeschrittener Demenz leidet. In der Verfügung legt man unter anderem fest, ob man schmerzlindernde Medikamente möchte oder mit lebensverlängernden Massnahmen einverstanden ist. Und man bestimmt jemanden, der die Entscheidungen übernimmt, wenn man es selber nicht mehr kann. Wichtig: Nicht nur für den Betroffenen, auch für die Angehörigen, Ärzte und das Pflegepersonal ist eine Patientenverfügung eine wertvolle Wegleitung, wie der Patient oder die Patientin behandelt werden möchte.

Gut zu wissen

Gültig ist eine Patientenverfügung erst dann, wenn sie von der betroffenen Person datiert und unterschrieben ist, wobei der Text nicht von Hand geschrieben werden muss. Wichtig ist auch, dass man die Verfügung ungefähr alle zwei Jahre aktualisiert und mit neuem Datum und Unterschrift versieht. Vor allem wenn bereits eine konkrete Erkrankung vorliegt, wird empfohlen, den Inhalt mit einer Vertrauensperson, dem Hausarzt oder dem behandelnden Arzt zu besprechen. Seit der Einführung des neuen Erwachsenenschutzrechts ist es zudem möglich, in einem Vorsorgeauftrag festzuhalten, wer die Vertretungsrechte in  persönlichen, finanziellen und rechtlichen Belangen erhalten soll. Selbstverständlich sollte man auch dies mit der Person der Wahl rechtzeitig besprechen. Damit im Ernstfall die Patientenverfügung auch vorliegt, sollte diese mit anderen wichtigen Dokumenten an einem Ort aufbewahrt werden, zu welchem die Vertrauensperson Zugang hat. Sinnvoll ist es auch, eine Kopie für den Hausarzt oder die Patientenverfügung zu hinterlegen, sei es online oder bei einer Notfall-Zentrale. Ein Ausweis im Portemonnaie enthält die notwendigen Informationen,  um die Patientenverfügung zu finden.

Wegleitung hilft

Inzwischen gibt es verschiedene Anbieter von Patientenverfügungen. Die Unterschiede liegen vor allem im Umfang. Dieser reicht von einigen wenigen Seiten bis zu sehr ausführlichen Fragekatalogen. Wer keine gravierenden gesundheitlichen Probleme hat, ist mit einer eher allgemein gehaltenen Verfügung gut bedient. Für Menschen mit bestehendem Leiden gibt es Verfügungen, die auf ihre spezielle Situation ausgerichtet sind. Bei sehr detaillierten Verfügungen ist es sinnvoll, dass man sich beraten lässt – insbesondere dann, wenn zur Beantwortung der Fragen medizinisches Fachwissen gefragt ist. Wichtig ist in jedem Fall, dass man sich über den Anbieter der Patientenverfügung informiert, besonders bezüglich der Werthaltung und dener Interessen vertritt. So können Konflikte vermieden werden.