Palliative Care will nicht primär die „Endstation des Lebens“ bedeuten. Vielmehr ist es ein wichtiges Instrument in der medizinischen Arbeit von Ärzten und Pflegern den Patienten eine selbstbestimmte Lebensphase zu ermöglichen.

Walter Brunner, Geschäftsleiter der Fachgesellschaft palliative.ch, erklärt wie die Aufgaben der Palliativmedizin geregelt sind: «Grundlage für das «Rahmenkonzept Palliative Care Schweiz» bilden die «Nationale Leitlinien Palliative Care» welche das Budesamt für Gesundheit und die Gesundheitsdirektorenkonferenz im Jahr 2010 in einem breiten Konsensprozess ausgearbeitet haben.»

Die wichtigsten Eckpunkte zusammengefasst:

  • Palliative Care umfasst die Betreuung und die Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. 
  • Sie schliesst medizinische Behandlungen, pflegerische Interventionen sowie psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung mit ein. 
  • In der Palliative Care wird der Mensch in seiner Ganzheit betreut, das heisst unter Berücksichtigung der körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimensionen. 
  • Palliative Care orientiert sich an den Bedürfnissen der betroffenen Patienten und deren Bezugspersonen. Aufgrund der unterschiedlichen Bedürfnisse wird zwischen Patienten in der allgemeinen Palliative Care und Patienten in der spezialisierten Palliative Care unterschieden.
  • Palliative Care wird in einem interprofessionellen Team erbracht. Ärzte, Pfleger, Fachpersonen der Sozial- und Psychologieberufe, der Seelsorge aber auch Freiwillige können dazu gehören.

«Besonders dieser letztgenannte Punkt ist enorm wichtig, ohne die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Spitex wäre die Umsetzung der Palliative Care nicht möglich – dafür braucht es eine ausreichende Finanzierung,» bestätigt Walter Brunner.