4'524 Kilometer – Diese Strecke haben Alice Hübscher und ihr Mann in den letzten zwei Jahren mit dem E-Bike zurückgelegt. «Ich bin so glücklich», sagt die 71-jährige Ostschweizerin strahlend.

Dass Alice Hübscher wieder auf dem Sattel unterwegs sein kann, ist nicht selbstverständlich. Schmerzen in beiden Knien hinderten sie an der Ausübung ihres Hobbys. Seit sechs Jahren trägt sie nun zwei künstliche Kniegelenke.

Schlaflose Nächte vor Schmerzen

«Früher war ich stark eingeschränkt», berichtet Alice Hübscher. Die Pensionärin spürte zuerst nur gelegentlich Schmerzen im rechten Knie. Bald begann jedoch auch das linke Knie zu schmerzen, wenn sie es falsch belastete.

Die zunehmenden Schmerzen raubten Alice Hübscher immer öfter den Schlaf. Nach längerem Sitzen konnte sie fast nicht mehr aufstehen. «Es dauerte immer eine Weile, bis ich wieder angelaufen war.

Wir sind deswegen nur noch selten mit Freunden ausgegangen.» Der Arzt diagnostizierte Arthrose. Dabei ist der Gelenkknorpel beschädigt, der bei gesunden Knien für einen reibungslosen Bewegungsablauf sorgt.

Durch den Verschleiss des Knorpels reiben Knochen und Knochen aneinander, was Schmerzen verursacht.

Zuerst liess sich Alice Hübscher Kortison und Hyaluronsäure für die Gelenkflüssigkeit spritzen. Erst als die mehrmalige Konsultation beim Arzt nichts nützte und sie auf lange Velotouren verzichten musste, entschied sich Alice Hübscher zur Kunstgelenk-Operation.

Komplettes Kniegelenk eingesetzt

Dr. Thomas Wiesner, Facharzt für Kniechirurgie, setzte Frau Hübscher zwei primäre Knieimplantate ein. Es handelt sich um einen Oberflächenersatz aus leistungsfähigen Metalllegierungen und Kunststoff, der bei einer starken Beschädigung der Knorpelschicht beider Gelenkflächen eingesetzt wird.

Dr. Wiesner erläutert: «Diese Implantate sind äusserst langlebig und zeichnen sich durch bestmögliche Gewebeverträglichkeit aus. Je nach Lebensweise des Patienten hält ein künstliches Kniegelenk heutzutage 15 bis 20 Jahre.»

Ausser knien alle Bewegungen möglich

Auf Wunsch der Patientin operierte Dr. Wiesner beide Knie innerhalb einer Woche. Rückblickend sei dies schwierig gewesen, meint Alice Hübscher. «Mein Gedanke war: nur ein Spitalaufenthalt und einmal in die Therapie. Aber es war doch sehr happig, weil die zweite Operation meine Mobilität erneut einschränkte.»

Obwohl alles gut verlief, würde sie die Kniegelenke heute im Abstand von drei Monaten operieren lassen. In der Rehabilitation besuchte Alice Hübscher zwei Mal wöchentlich die Physiotherapie. Zu Hause übte sie mit einer Bewegungsmaschine zur Kniebeugung täglich weiter.

«Jeden Tag eine Stunde links und eine Stunde rechts.» Abgesehen von vorübergehenden Schmerzen in den Oberschenkeln beim Sitzen in den ersten fünf bis sechs Wochen nach der Operation verlief die Genesungsphase reibungslos.

Bereits nach drei Monaten hatte Frau Hübscher viel von ihrer Bewegungsfreiheit zurückgewonnen. Und heute kann sie wieder fast alles machen. Einzig das Knien bereitet ihr Mühe.

Wieder mit dem Bike unterwegs

Mit dem Ergebnis des Eingriffs ist Alice Hübscher sichtlich zufrieden und sie lebt heute wieder schmerzfrei. «Ich bin nicht mehr eingeschränkt und empfehle eine Operation in ähnlichen Situationen auf jeden Fall weiter!»

Die begeisterte Hobby-Sportlerin ist heute auf Anraten von Dr. Wiesner aufs E-Bike umgestiegen. «Weil der Druck auf die Knie so geringer ist als beim gewöhnlichen Velo.» Auch auf der Skipiste ist die Pensionärin regelmässig anzutreffen.

Ihre Augen leuchten, wenn sie lachend erzählt, dass sie im letzten Skiurlaub zu siebt mit Knie- oder Hüftimplantaten unterwegs waren und alle sogar die schwarze Piste hinunterfuhren.

Und gemeinsam mit ihrem Mann oder den Enkelkindern unternimmt sie wieder ausgedehnte Biketouren. So steigt die Streckenanzeige an Alice Hübschers E-Bike garantiert bald um weitere 4000 Kilometer.