«Ich war sehr gerne zu Hause in meinen vier Wänden, fühlte mich aber zunehmend unsicher», sagt Helene Meier. Die 90-Jährige entschied sich deshalb voriges Jahr für einen Umzug ins Altersheim.

Ein Entscheid, den sie bis heute nicht bereut. «Für mich ist es eine grosse Erleichterung, zu wissen, dass jederzeit jemand da ist, wenn etwas ist. Zudem bin ich froh, dass ich nicht mehr einkaufen und kochen muss», betont Helene Meier. Gleichzeitig schätzt sie es, aus einem vielfältigen Angebot an Aktivitäten wählen zu können und neue Bekanntschaften zu machen.

Eine Umstellung

Alters- und Pflegeheime sind in der Öffentlichkeit noch immer mit einigen Vorurteilen behaftet und viele ältere Menschen haben Angst vor dem Einzug ins fremde Heim. Fakt ist, dass der Umzug in ein Altersheim einiges an Umstellung mit sich bringt. So reduziert sich der neue Wohnbereich oftmals auf einen einzigen Raum, Alltagstätigkeiten wie kochen, waschen und putzen fallen weg.

«Ich habe hier das Malen wiederentdeckt. Das hatte ich jahrelang auf Eis gelegt.»


Zudem ist man gezwungen, sich in eine fremde Gemeinschaft einzufügen. Gleichzeitig bringt gerade dieses gemeinsame Miteinander einen grossen Vorteil mit sich. So ist man in einem Altersheim nicht alleine und lernt neue Menschen kennen.

Zudem finden in den meisten Altersheimen kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen, Kurse und weitere Aktivitäten statt. «Ich habe hier das Malen wiederentdeckt. Das hatte ich jahrelang auf Eis gelegt. Zudem besuche ich einen Englischkurs», erzählt Helene Meier.

Chance zum Neuanfang

Wenn Helene Meier auf ihre ersten Wochen im Altersheim zurückblickt, sagt sie, dass es schon eine grosse Veränderung war. «Ich musste von meinem alten, selbstständigen Leben Abschied nehmen und mich bewusst auf diesen neuen Lebensabschnitt einlassen.»

Mit einer positiven Einstellung gelang ihr dieser Übergang aber sehr gut und sie betont, dass sie in ihrem neuen Zuhause deutlich aufgeblüht sei. «Die Gemeinschaft und die Aktivitäten tun mir gut.» 

Dass sich die Bewohner wohlfühlen, gehört heute zur obersten Priorität eines Altersheims. So bieten viele Altersheime ganz unterschiedliche Wohnkonzepte an und haben zum Ziel, die individuellen Wünsche der Bewohner so gut wie möglich miteinzubeziehen.

Besonders geschätzt wird von den Senioren die Sicherheit und zu wissen, dass man rund um die Uhr betreut wird. «Ich kann mich hier zurücklehnen und endlich zur Ruhe kommen. Dadurch geht es mir gesundheitlich deutlich besser», so Meier.

Eine gute Vorbereitung lohnt sich!

Wenn möglich, sollte man einen Altersheimeintritt gut vorbereiten. Einerseits hat man so die Möglichkeit, sich mit dem Gedanken langsam anzufreunden, andererseits bleibt genug Zeit, sich verschiedene Möglichkeiten anzusehen. Oftmals muss man zudem mit einer längeren Wartezeit rechnen, bis ein Heimplatz frei wird.

In den meisten Altersheimen gibt es die Möglichkeit zur Besichtigung, verbunden mit einem Gespräch, in dem über die interne Philosophie und Kultur informiert wird. Einige Altersheime bieten auch Schnupperaufenthalte an. Gleichzeitig können die Wünsche, Gewohnheiten und Bedürfnisse der Person erfasst werden.

«Ich besichtigte schon vor einigen Jahren mehrere Heime und hatte mich für zwei Favoriten entschieden. Bevor ich mich zur Anmeldung entschloss, verging nochmals ein Jahr, in dem ich Zeit hatte, mich mit dem Gedanken anzufreunden. Und auch nach meiner Anmeldung wurde ich erst einmal auf die Warteliste gesetzt und musste warten, bis ein Platz frei wurde. So blieb genug Zeit, meinen Umzug zu planen», sagt Helene Meier abschliessend.

TIPPS

  • Frühzeitig planen! Die Auswahl des richtigen Heims braucht viel Zeit und will gut durchdacht sein.
  • Viele Altersheime haben lange Wartefristen. Deshalb sollte man sich frühzeitig in mehreren Heimen anmelden.
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit, um zu überlegen, was Sie sich in Ihrem neuen Zuhause wünschen. 
  • Eine eigene Wunschliste hilft Ihnen, die verschiedenen Altersheime miteinander zu vergleichen.

Quelle: Pro Senectute