Mit dem Erreichen des 50. Altersjahrs nimmt die natürliche Leistungsfähigkeit des Gehörs ab. Und zwischen 60 bis 70 stellen fast alle Menschen Schwerhörigkeit fest. «Ohrensausen» kann dann zusätzlich auftreten – man „hört“ Klingel- und Summtöne.

Bei vielen Tinnitus-Betroffenen konnte ein Zusammenhang mit der Schwerhörigkeit festgestellt werden.

Während der Verlust des Hörvermögens auf Verschleisserscheinungen der Haarzellen im Innenohr zurückzuführen ist und weitere Alterungsprozesse das Gehör beeinträchtigen, ist nicht bekannt, wie der Tinnitus entsteht und wo der Ursprung der abnormen Signale in den neuralen Elementen des Hörsystems (Innenohr, Hörnerven, Hörbahnen und -zentren des Gehirns) liegt.

Auch mit modernen Methoden ist Tinnitus nicht routinemässig nachweisbar. Allerdings wird davon ausgegangen, dass er Symptom einer anderen Krankheit ist und die Ursache nicht im Gehör selbst zu finden ist. Nach Lärm und Infektionen gilt Stress als eine der häufigsten Ursachen.

Die zerstörten Haaresinnenzellen lassen sich nicht durch neue ersetzen, darum kann die Hörfähigkeit nur durch Hilfsgeräte optimiert werden.

Diese Zellen reagieren nicht mehr auf Schallreize der Umwelt. So wird nur noch ein abnehmender Teil der akustischen Informationen zum Gehirn weitergeleitet. Der Körper versucht der Abnahme entgegenzuwirken, indem die zentrale Hörbahn ihre «Aufmerksamkeit aufdreht».

Betroffene setzen ihre bereits empfindlichen Gehörgänge zudem lauten Geräuschen aus, um «besser» hören zu können.

Eine Möglichkeit der Behandlung sind Rauschgeneratoren. Eine Tonquelle (ein Radio genügt) «maskiert» die Geräusche im Ohr; das bedeutet: Ist das externe Geräusch leicht lauter als das Ohrgeräusch, nimmt man den Tinnitus vermindert wahr.