Die Planung der Familie, der Karriere und selbst der nächsten Ferien erfolgt mit grosser Freude, Sorgfalt und Umsicht.

Sobald sich die Gedanken mit der eigenen Sterblichkeit befassen, wird aus der gewöhnlich an den Tag gelegten Weitsicht ein Kampf ums Verdrängen. Dieser Reflex ist zwar durchaus verständlich, nimmt einem jedoch die Möglichkeit, zu Lebzeiten eine den individuellen Wünschen und Vorstellungen angepasste Regelung zu treffen.

Die Rahmenbedingungen für eine Nachlassplanung werden durch die gesetzlichen Grundlagen diktiert. Innerhalb dieses Rahmens sind allerdings massgeschneiderte Lösungen möglich, die für die ganze Familie eine optimale Ausgangslage für einen gelungenen Übergang der Vermögenswerte bieten.

Nachlassplanung – Weshalb?

Ohne Nachlassplanung gilt die gesetzliche Erbfolge, unter Umständen mit einer Vielzahl von Erbinnen und Erben. Streitigkeiten unter Erben, die ausgelöst durch Argwohn und Missgunst entstehen und zudem durch Emotionen befeuert werden, sind in solchen Fällen leider nur allzu oft an der Tagesordnung.

Mit einer frühzeitigen, umsichtigen Nachlassplanung, wo immer möglich unter Einbezug der Erbinnen und Erben, kann die eigene Verantwortung gegenüber seiner Familie gelebt und dadurch möglichen Konflikten zwischen den Erben vorgebeugt werden.

Gleichzeitig sollte der Wunsch nach Frieden nach dem eigenen Versterben nicht der einzige Grund für die Nachlassplanung sein. Im Vordergrund und Mittelpunkt stehen die persönlichen Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen der Erblasserin oder des Erblassers.

Eine seriöse Nachlassplanung ermöglicht es, den künftigen Vermögensübergang zu steuern und gemäss den eigenen Überlegungen auszugestalten.

Nachlassplanung – wie und wann?

Der Vollzug der Nachlassplanung beziehungsweise die verbindliche Setzung ins Recht erfolgt in der Schweiz häufig in Form eines Testaments oder eines Erbvertrags.

Die eigentliche Nachlassplanung beginnt aber lange Zeit vorher und bezieht unter Berücksichtigung des zeitlichen Horizonts die Themen der persönlichen Vorsorge, Absicherung und Vermögensverwaltung mit ein. Je nach Situation kann es beispielsweise angezeigt sein, bereits zu Lebzeiten gewisse Vermögensverschiebungen auf zukünftige erbberechtigte Personen vorzunehmen.

Startpunkt jeder Beratung bildet dabei die Bereitschaft, sich überhaupt mit der Thematik auseinanderzusetzen. Die eigene Überzeugung und Motivation ist dabei entscheidend, da sich auf Druck von aussen selten optimale Lösungen finden lassen.

Die frühzeitige, offene und transparente Kommunikation mit den Erben und das Einbeziehen in den Entscheidungsprozess ermöglicht es allen Beteiligten den Prozess mitzugestalten.

Ist die Bereitschaft vorhanden, steht in der Regel eine Auslegeordnung an. Dieser Schritt ermöglicht es, sich einen Überblick über die aktuellen Verhältnisse, aber auch die künftigen Bedürfnisse zu verschaffen. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend, wird das weitere Vorgehen beschlossen: Wer sind die Anspruchsgruppen? Wer soll welche Vermögenswerte erben? Erfolgt bereits eine Zuwendung zu Lebzeiten? Wie werden gesundheitliche und finanzielle Risiken im Alter optimal abgesichert?

Bei der Beantwortung dieser Fragen empfiehlt es sich, die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Erben zu berücksichtigen. Obwohl die Nachlassplanung unbestrittenermassen in erster Linie die eigenen Vorstellungen abdecken soll, hängt der Erfolg nicht zuletzt von der Haltung der Erben ab.

Selbst die aus eigenem Blickwinkel optimalste Lösung muss tragfähig sein, da die Erben in aller Regel keine Möglichkeit haben, die angeordnete Zuteilung von Vermögenswerten zu ändern. Im Hinblick auf die Vermeidung von Frustration und Enttäuschung bei den Erben ist es empfehlenswert, sie möglichst früh in den Prozess der Nachlassplanung einzubinden und die Zukunftsplanung und Wünsche der Erben auf die eigenen Vorstellungen abzustimmen.

Die frühzeitige, offene und transparente Kommunikation mit den Erben und das Einbeziehen in den Entscheidungsprozess ermöglicht es allen Beteiligten, eine Rolle in der Nachlassplanung einzunehmen und den Prozess mitzugestalten.

Die persönliche Auslegeordnung und die Abstimmung mit den Vorstellungen der Erben dienen der Wahl der geeigneten Instrumente zur Erreichung der Ziele, welche grundsätzlich zwischen lebzeitigen (Schenkungen, Erbvorempfang) Zuwendungen und Verfügungen von Todes wegen (Testament, Erbvertrag) unterschieden werden können.

Nachlassplanung – was beachten?

In allen Phasen der Nachlassplanung gilt es, Hindernisse zu überwinden oder lauern Fallen und Stolpersteine:

  • Bereitschaft: Zunächst ist da das Hindernis der Bereitschaft, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und den Prozess der Nachlassplanung in Angriff zu nehmen.
     
  • Zeitlicher Horizont: Bei der Nachlassplanung einer 70-jährigen Person sind andere Aspekte als bei der Nachlassplanung einer 50-jährigen Person zu berücksichtigen.
     
  • Flexibilität: Da sich die Lebensumstände oftmals unvorhergesehen und rasch ändern, ist bei der Nachlassplanung in einer frühen Lebensphase darauf zu achten, dass die Flexibilität erhalten werden kann. Diese wird bei vertraglicher und dabei insbesondere bei lebzeitiger Zuwendung bisweilen stark eingeschränkt. Eine spätere Anpassung an geänderte Lebensumstände erfordert in diesen Fällen immer die (erneute) Mitwirkung sämtlicher beteiligter Personen.
     
  • Transparenz: Die bereits angesprochene Transparenz gegenüber der Familie und den Erben stellt alle Beteiligten vor die Aufgabe, einerseits gegenüber sich selber als auch gegenüber Familienmitgliedern einen Standpunkt einzunehmen. Die gewünschte offene und transparente Kommunikation innerhalb der Familie ist erfahrungsgemäss keine Selbstverständlichkeit.
     
  • Wertfragen, Verfügungsmöglichkeiten: Sobald Sachwerte im Raum stehen, stellen sich im Erbgang zwei hauptsächliche Problematiken, die es zu vermeiden gilt: Erstens können mehrere Erbberechtigte über sämtliche Gegenstände nur einstimmig verfügen. Zweitens kann der tatsächliche Wert eines Gegenstands oder einer Immobilie im Einzelfall schwer zu bestimmen sein.
     
  • Steuern: Die steuerlichen Folgen gilt es, stets im Auge zu behalten und nötigenfalls durch flankierende Massnahmen abzufedern.

Die Notarin oder der Notar beraten dabei, unabhängig und je nach Wunsch, alle beteiligten Personen

Nachlassplanung – mit wem?

Standardlösungen können den genannten Aspekten der Nachlassplanung zu wenig Rechnung tragen. In Ihrem Notariat erhalten Sie alles aus einer Hand. Ihre Notarin oder Ihr Notar ist geschult darin, Sie feinfühlig und neutral durch sämtliche Phasen der Nachlassplanung zu führen, die rechtlichen Möglichkeiten mit Ihnen auszuloten und Ihren Ideen ein rechtliches Gesicht zu verleihen, unter Berücksichtigung der regionalen, nationalen und internationalen Steuerfragen.

Bereits zu Beginn des Prozesses kann die Inanspruchnahme einer notariellen Beratung helfen, Ängste abzubauen und Missverständnisse zu vermeiden. Die Notarin oder der Notar beraten dabei, unabhängig und je nach Wunsch, alle beteiligten Personen. Sie stellen sicher, dass bei der rechtlichen Ausgestaltung keine formellen Fehler passieren, welche einen späteren Vollzug verhindern oder zusätzliches Streitpotenzial schaffen könnten. Schliesslich ist die Notarin oder der Notar ausschliesslich zuständig, sobald nicht mehr nur einseitige Verfügungen, sondern vertraglich bindende Abmachungen betreffend eines dereinstigen Nachlasses im Raum stehen.