Sturzfallen entschärfen

Gemäss Barbara Pfenninger, Expertin für Sturzprävention, führt meist eine Verkettung von Ursachen zum Unfall. Muskelschwäche und Gleichgewichtsschwierigkeiten erhöhen das Risiko zu stürzen um das Vierfache. Darum ist regelmässiges Training von Kraft und Gleichgewicht eine Hauptmassnahme zum Verhindern von Stürzen.

Laut Statistiken ergeben sich Stürze im privaten Wohnbereich bei den über 65-Jährigen grossmehrheitlich in Wohn- und Schlafzimmer. In den Jahren 2010 bis 2014 wurden im Durchschnitt pro Jahr über 10000 Ereignisse mit ärztlicher Behandlung registriert. Am zweithäufigsten kommt es in Garten und Aussenbereich zu Sturzunfällen, gefolgt von Innentreppen, Parkplatz und Garage. Vergleichsweise geringere Bedeutung als Unfallort hat die Küche.

Eine der Ursachen ist nach Erkenntnissen von Barbara Pfenninger die mangelnde Beleuchtung. Sparlampen leuchten beispielsweise erst nach einer Weile hell genug, was oft nicht ausreicht, wenn ein älterer Mensch nachts aufsteht. Kellertreppen und Nebenräume sind oft zu schwach beleuchtet – wo ausgerechnet Altpapier oder Altglas deponiert werden.

Eine weitere Gefährdung erkennt sie in aufstehenden Teppichrändern: Diese sollten mit Teppichklebeband am Boden befestigt werden. Weitere Möglichkeiten zur Entschärfung von «Sturzfallen»:

  • Teppiche mit Gleitschutzmatten unterlegen
  • Telefon gut zugänglich platzieren
  • Hilfreich sind Haltegriffe in der Dusche und Badewanne für einen sicheren Ein- und Ausstieg
  • Hausschuhe sollten rutschfeste Sohlen aufweisen und geschlossen sein
  • Und unbedingt «Stolperfallen» beseitigen
     

«Wenn man fragiler wird und allein wohnt, kann diese Massnahme lebensrettend sein.»

Alarmarmband als Prävention

Für ältere Menschen, die alleine wohnen und nicht täglich besucht oder zumindest angerufen werden, empfiehlt sich das Tragen eines Armbands mit Alarmknopf. Pfenninger: «Wenn man fragiler wird und allein wohnt, kann diese Massnahme lebensrettend sein.»

All diese Massnahmen helfen, Stürze zu verhindern oder deren Folgen zu minimieren. Um das Ziel zu erreichen, möglichst lange selbstständig und mobil zu bleiben, sei vor allem Kraft- und Gleichgewichtstraining im hohen Alter wirkungsvoll.

Auch die öffentliche Infrastruktur scheint kein besonders sicherer Bereich: zu mehr als 20000 Stürzen kam es im genannten Zeitraum an Haltestellen, Trottoirs und so weiter. In der kalten Jahreszeit sollten Senioren sich das richtige Schuhwerk besorgen. Im Winter empfiehlt es sich, bei schwierigen, eisigen Bedingungen sogar zu Hause zu bleiben.