Als Harninkontinenz wird die Unfähigkeit, den Urin in der Blase zu halten, bezeichnet. Beim Wasserlösen müssen mehrere zentrale und periphere Zentren koordiniert zusammenspielen. Wenn dieses ausgeklügelte System gestört ist, kann es zum unkontrollierten und auch unbemerkten Urinabgang kommen. Eine Blasenschwäche bedeutet für die Betroffenen eine schwerwiegende Einschränkung ihrer Lebensqualität.

Gut therapierbar

Eine Harninkontinenz kann nach Geburten oder Operationen, bei Beckenbodenschwäche und vielen anderen Erkrankungen auftreten. Die meisten Menschen, die Probleme mit der kontrollierten Blasenentleerung haben, verschweigen dies aus Scham. Dabei ist die «heimliche Volkskrankheit» kein unabwendbares Schicksal, sondern in den meisten Fällen gut therapierbar. Der Medizin stehen heute Untersuchungsmethoden zur Verfügung, mit denen die Ursachen der Inkontinenz besser eingegrenzt oder klinische Untersuchungsergebnisse bestätigt werden können. Dank neueren Medikamenten und spezialisierten Eingriffen ist Inkontinenz damit behandelbar.

Genügend Flüssigkeit

Zusätzlich zur Wahl des richtigen aufsaugenden Inkontinenzproduktes können Betroffene selbst mit ein paar einfachen Tricks dazu beitragen, ihren Unterleib gesund zu halten. Bereits kleine Veränderungen können eine grosse Wirkung haben und die Lebensqualität wieder entscheidend verbessern. Damit der Körper richtig funktioniert, braucht er genügend Flüssigkeit: mindestens sechs bis acht Gläser Wasser oder Kräutertee pro Tag.

Auf Kaffee und Alkohol sollte man besser verzichten, sie können die Blase irritieren. Zudem gibt es einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Inkontinenz und Übergewicht. Bereits ein paar Kilo weniger können genügen, weil so der Druck auf den Unterleib abnimmt und der Beckenboden entlastet wird. Beckenbodenübungen nützen vor allem bei Stressinkontinenz. Sie stärken die Muskeln, welche die Blase, den Uterus und andere Organe des Beckens stützen. So können die Übungen dazu beitragen, ungewollten Urinabgang zu verhindern, wie er zum Beispiel beim Lachen, Niesen oder Husten auftritt.