Im Interview: Rolf Arnold (Ombudsmann des Schweizerischen Verbands der Bestattungsdienste)

Herr Arnold, weshalb ist eine Bestattungsvorsorge für die Angehörigen wichtig?

Für die Angehörigen kann es schwierig und zum Teil auch belastend sein, wenn die Wünsche des Verstorbenen fehlen und sie  Entscheidungen selber treffen müssen. Deshalb ist es wichtig, das Thema offen anzusprechen.

Oftmals ist es für beide Seiten eine grosse Erleichterung, wenn im Voraus die wichtigsten Punkte besprochen und schriftlich festgehalten wurden.

Welche Formen der Bestattungsvorsorge gibt es?

Am einfachsten ist es, wenn man mit seinen Angehörigen darüber spricht und seine Wünsche schriftlich festhält. Dazu gibt es spezielle Formulare. Beim Bestatten kann ein unterschriebenes Exemplar hinterlegt werden.

Was beinhaltet eine Bestattungsvorsorge?

Dem Inhalt einer Bestattungsvorsorge sind kaum Grenzen gesetzt. Jeder kann hier individuell seine Wünsche festlegen. Wie detailliert  diese sind, ist jedem selber überlassen.

Die einen erfassen ihre eigene Todesanzeige im Voraus, die anderen beschränken sich auf das Nötigste. Wichtig ist sicherlich die Frage, ob man kremiert oder erdbestattet werden möchte und ob man eine Abschiedsfeier möchte und in welchem Rahmen.

Man sollte auf jeden Fall jene Dinge festhalten, die einem wichtig sind und die unbedingt so gemacht werden sollen.

Reicht es auch, wenn diese Wünsche im Testament hinterlegt werden?

Nein! Das amtliche Testament wird erst einige Wochen nach dem Tod eröffnet. Dann ist es bereits zu spät für  die individuellen Wünsche hinsichtlich der Beisetzung. Deshalb sollte man die Bestattungsvorsorge getrennt und nicht zusammen mit dem Testament machen. 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Bestattungsvorsorge?

Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Die meisten Menschen beschäftigen sich mit der Vorsorge ab einem Alter von 60 Jahren, jedoch spricht nichts dagegen, sich bereits früher darüber Gedanken zu machen.