Noch vor einer Generation war für ein Kind klar sichtbar, dass die Eltern bei einem Einkauf Ware gegen Geld tauschen. Heute gibt man dem Verkaufspersonal eine Plastikkarte, tippt einen Code in ein Kästchen und bekommt umgehend alles, was man möchte.

Für die Kinder ist das ein äusserst abstrakter Vorgang mit Erklärungsbedarf.  Geld und Konsum ist eines der grossen Themen unserer Gesellschaft und es ist absolut essenziell, den Nachwuchs schon von Kindsbeinen an stufengerecht in dieses Thema einzuführen. So mag der berühmte Griff zum Schokoladenriegel, der so geschickt vor der Kasse platziert ist, auf den ersten Blick unwichtig erscheinen.

Geld und Konsum ist eines der grossen Themen unserer Gesellschaft

Tatsächlich versinnbildlicht er aber die heutige Konsummentalität. Man will alles und man will es sofort.

Hier sind die Eltern gefordert, ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Konsumgütern vorzuleben; den Schokoladenriegel zurückzulegen und stattdessen bis zum Zvieri daheim zu warten.

Denn was als banale Handlung im Kleinkindalter beginnt, kann sich als Muster festsetzen und für junge Erwachsene eine existenzielle Bedrohung darstellen. Die Verschuldung in der Altersgruppe 18 bis 24 beträgt rund 40 Prozent. Oft handelt es sich nicht um hohe Frankenbeträge. Bedeutend ist aber der Mechanismus: Konsum ohne die finanziellen Mittel.

Im Übrigen tritt die Jugendverschuldung zu einem Zeitpunkt ein, in welchem die kostenintensiven Lebensabschnitte noch nicht begonnen haben. Das Risiko ist also hoch, dass aus kleinen Beträgen bald stattliche Summen werden.

Neben Konsum und Geld ist auch der Bereich Bewegung und Ernährung essenziell. Im Vorschulalter durchleben Kinder eine sehr wichtige Phase, in der sie die Bewegungskoordination erlernen sollten.

Das Kritische daran: Verpasst das Kind diesen Zeitpunkt, wird es dieses Defizit nie mehr aufholen können. Tatsächlich zeigen sich heute bei vielen Jugendlichen und Kindern frühe Konsequenzen von Bewegungsarmut. Schon ein Purzelbaum fällt vielen schwer, sie neigen zu Übergewicht und leiden unter entsprechenden Folgeerkrankungen, die sonst erst im Erwachsenenalter auftreten.

Hier sind die Eltern gefragt, die Freizeitgestaltung ihrer Kinder aktiv zu gestalten und sicherzustellen, dass der Nachwuchs nicht pausenlos vor dem Fernseher oder dem Computer sitzt. Doch auch das andere Extrem – sprich eine komplett durchgeplante Freizeit – kann schädlich sein.

Kinder müssen Zeit haben, sich frei zu bewegen, zu spielen, Zeit mir ihren Kameraden zu verbringen. Bewegung sollte ohne Druck und Stress als Teil des Alltags verstanden werden.

Doch selbstverständlich sind nicht nur die Eltern gefragt. Auch Schulen und Institutionen wie die Pro Juventute stehen vor grossen Herausforderungen. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt rund drei Prozent. Das Risiko, dass diese Zahl in den nächsten Jahren steigt, ist leider durchaus intakt.

Während beim Übergang von der Grundschule in die Berufslehre oder das Studium zahlreiche Unterstützungsangebote vorhanden sind, werden Lehr- und Studienabgänger weitgehend alleine gelassen.

Gelingt ihnen der Berufseinstieg nicht, droht schon in jungen Jahren der Frust der Arbeitslosigkeit. Gerade hier sind die Institutionen gefragt, junge Erwachsene zu coachen, ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten oder alternative Berufseinstiege aufzuzeigen.

In einer Leistungsgesellschaft, in der das persönliche Image so stark an den Beruf gekoppelt ist, ist es essenziell, dass ein Jugendlicher nicht schon zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn in die Arbeitslosigkeit gerät.

Hier sind wir als Gesellschaft gefordert, Hand zu bieten und sicherzustellen, dass der nächsten Generation ein guter Start in das Erwachsenenleben gelingt.