«Pubertät ist, wenn die Eltern anfangen schwierig zu werden» – diese ironische Weisheit bedeutet oft nichts Gutes für das familiäre Zusammenleben. Sobald die Kinder nämlich in die Pubertät kommen, ziehen sie sich plötzlich zurück und reagieren oft mit aggressiver Protesthaltung auf Bitten und Aufforderungen der Eltern.

Wenn es in dieser Zeit also um pädagogisierende Massnahmen geht, haben Eltern, Lehrer und Ärzte bei Jugendlichen oft einen schweren Stand. In der Regel sind diese nämlich für derlei Massnahmen wenig empfänglich, orientieren sich indes stärker an den Freunden und zeigen oft eine bedenkliche Neigung zu risikohaftem Verhalten, Drogen und Alkohol.

Digitale Medien sind längst nicht mehr wegzudenken. Oft spielen die Jugendlichen in ihrer Freizeit Computerspiele, vernetzen sich im Internet und kommunizieren via Smartphone und soziale Netzwerke mit ihren Freunden. Hier können Gefahren wie zum Beispiel Internetsucht, Cybermobbing, Datenmissbrauch oder sexuelle Übergriffe lauern.

Jugendliche sollten selbst lernen, dass der erste Kater einen noch einmal über einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol nachdenken lässt

Doch auch wenn die Jugendlichen technisch geschickt mit den digitalen Medien umgehen, garantiert dies noch keinen verantwortungsvollen Umgang mit den verschiedenen Medienformen.

Denn wichtig ist, dass Jugendliche fähig sind, Inhalte kritisch zu beurteilen, mögliche Gefahren zu erkennen, und wissen, wie sie sich davor schützen können. Hierbei sollten besonders Eltern und Lehrpersonen als Zuhörer und Gesprächspartner eine Begleitfunktion einnehmen.

Auch seit die Pornografie permanent für jeden verfügbar ist, hat die Wucht des Katastrophismus der Erwachsenen, in dem nur Risiken und Gefahren gesehen werden, stark zugenommen. Doch die Ängste der Erwachsenen, jegliche romantische Empfindung der Jugendlichen würde verdrängt und das Sexualleben junger Männer würde durch die Pornoindustrie beeinflusst, bestätigen sich in der Realität oft nicht.

Viele Studien aus dem Bereich der Psychologie und Sexualforschung belegen, dass der Konsum von Pornografie nur geringe Auswirkungen auf das Seelenleben hat und Jugendliche durchaus in der Lage sind, die Unterschiede zwischen realen Verhältnissen und (pornografischer) Fiktion zu unterscheiden.

Ähnlich verhält es sich mit Rauschmitteln wie Zigaretten, Drogen und Alkohol – Versuchungen, denen Jugendliche oft in Form von Gruppenzwang ausgesetzt sind. Doch auch hier belegen Studien, dass die Zahl der Raucher unter Jugendlichen seit Jahren stetig abnimmt, da Abhängigkeiten nicht mehr als cool gelten. Jugendliche möchten sich ausprobieren und Grenzen überschreiten.

Auch wenn man dies als Elternteil oft mit Besorgnis betrachtet, ist es am besten, seinem Kind und der eignen Erziehung so viel Vertrauen entgegenzubringen, dass man  gewisse Freiheiten zugestehen kann – denn mit Zwang wird oft nur das Gegenteil erreicht.  

Jugendliche sollten selbst lernen, dass die erste Zigarette schlecht schmeckt oder der erste Kater einen noch einmal über einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol nachdenken lässt.

Wichtig ist es nur, seinen Kindern beizustehen, sie zu unterstützen und sie dabei zu begleiten, ein selbstbewusster Mensch und ein verantwortungsvoller Teil der Gesellschaft zu werden.

Denn schliesslich geht es oft in erster Linie um Erfahrungen, die wir alle einmal gemacht haben, bis wir  selbst erwachsen wurden.