Die Verlockungen für die jungen Leute sind heute besonders gross: trendige Designer-Klamotten, das neueste Smartphone, jeden Abend in den Ausgang, das erste Auto oder sogar eine eigene Wohnung. Das muss aber alles auch bezahlt werden. Und zwar pünktlich. Ob nun der Stiftenlohn oder der erste «richtige» Zahltag, mit Geld vernünftig umzugehen, will gelernt sein.

Verschuldung geschieht schleichend

Diese Erfahrungen der Schuldenberatungsstellen belegen, dass immer mehr Jugendliche, ob Lehrlinge, Studenten oder junge Berufsleute, den Umgang mit ihrem Geld nicht wirklich im Griff haben. Anfangs ist es vielleicht erst ein überzogenes Bankkonto, dann folgt ein Kredit, der nicht mehr bedient werden kann, oder eine Wohnung, deren Miete man sich gar nie leisten konnte. «Die Verschuldung beginnt schleichend über einen längeren Zeitraum», bestätigt Andrea Fuchs, zuständig für die Prävention bei der Schuldenberatung Aargau-Solothurn. Und da wieder herauszukommen, ist oftmals ganz schön schwierig. «Viele junge Leute haben wenig Erfahrung mit den effektiven Lebenskosten wie Miete, Krankenkasse, Steuern und Versicherungen», sagt Andrea Fuchs weiter.

Sparen gilt bei Jugendlichen als «uncool»

In Zeiten, wo es für Erspartes kaum mehr einen Gewinn gibt, ist es nicht einfach, junge Leute zum Sparen zu animieren. Sparen ist ja auch eher etwas für die ältere Generation, vielmehr gilt es heute das Leben zu geniessen, denken viele.
Nicht zuletzt deshalb empfehlen die Schuldenberatungen, zusätzlich zum Lohnkonto auch ein Sparkonto zu eröffnen und nur Prepaid-Kreditkarten zu nutzen. Mit dem Lohnkonto sollen die laufenden Kosten des Monats beglichen werden, auf das Sparkonto sollen Rückstellungen, etwa für die Steuern, für längerfristig geplante Anschaffungen, das erste Auto, Ferien oder Kapitalbildung, gemacht werden. Dieses Zwei-Konto-System fördert auch das Bewusstsein, dass mit dem Überleben des Monats noch nicht alle finanziellen Verpflichtungen erledigt sind.

Sinnvoll mit Geld umzugehen, kann man lernen

Prävention heisst denn auch der Lösungsansatz, mit welchem die Schuldenberatungsstellen gezielt gegen eine Verschuldung in jungen Jahren kämpfen. «Die Grundeinstellung ‘Ich gebe nur so viel aus, wie ich habe’ schützt vor Verschuldung», sagt Andrea Fuchs. «Darüber diskutieren wir in der Prävention intensiv mit Jugendlichen und Eltern.» Mit Präventionsarbeit für alle Zielgruppen, also Jugendliche in den verschiedenen Altersstufen, Eltern, Schulen, Lehrbetriebe aber auch Fremdsprachige, werben die Schuldenberatungsstellen für den sinnvollen Umgang mit dem eigenen Geld. Sie vermitteln auch praktische Tipps und Regeln, die man sich einfach merken kann. Auch eine speziell dafür gemachte Website soll die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für dieses Thema sensibilisieren.