Enrico Violi
Sozialwissenschaftler, Beauftragter «Gewalt im schulischen Umfeld», Bildungsdirektion des Kantons Zürich

«Cybermobbing liegt dann vor, wenn jemand über die Kommunikation mit digitalen Medien wiederholt und über längere Zeit hinweg beleidigt, verleumdet, gedemütigt oder bedroht wird», sagt der Sozialwissenschaftler Enrico Violi.

Was tun, wenn das Kind von Cybermobbing betroffen ist?
«Man sollte dem Kind zuhören und ihm auf keinen Fall Schuldgefühle machen», sagt Violi. Von Mobbing betroffene Kinder benötigen dringend das Gefühl, gehört und ernst genommen zu werden. Gemeinsam sollte man besprechen, was getan werden kann, um das Mobbing zu stoppen. Auf keinen Fall sollte das Kind auf Beleidigungen und Provokationen reagieren, da dies die Situation nur verschlimmern kann. «Wenn das Mobbing nicht gestoppt werden kann, sollten Mobilnummer und/oder E-Mail-Account geändert und die bisherigen vom Anbieter gelöscht werden. Auch die Nicknames sollten geändert werden», rät Violi. In vielen Fällen wird das Mobbing von Mitschülern und -schülerinnen ausgeübt – deshalb sollte unbedingt die Schule informiert werden. Am besten spricht man mit der Schule darüber und/oder lässt sich von einer Beratungsstelle oder der Polizei beraten.

Wie kann man sein Kind vor Cybermobbing schützen?
«Eltern sollten mit ihrem Kind über den Umgang mit digitalen Medien reden und es auf die damit verbundenen Gefahren aufmerksam machen», sagt Enrico Violi. Zudem sollte man dafür sorgen, dass das Kind sichere Privatsphäreneinstellungen aktiviert hat und mit der Preisgabe von persönlichen Daten behutsam umgeht.