Wichtige Zukunftsentscheidungen

Schon Monate vor dem Abschluss der obligatorischen Schule dreht sich für die meisten Jugendlichen alles um die Frage: Wie weiter? Die Berufslehre gilt als der Königsweg, das Gymnasium mit anschliessendem Studium als prestigeträchtig. 

Rund zwei Drittel der Jugendlichen machen eine Lehre. Die Quote der gymnasialen Matur hat in den letzten zwanzig Jahren jedoch um ein Drittel zugenommen und liegt nun bei rund 20 Prozent. Hinzu kommen etwa 13 Prozent, die eine Berufsmatura absolvieren.

Ein Grund für diesen Trend sehen Bildungspolitiker in der weitverbreiteten Ansicht, dass vertiefte Allgemeinbildung am besten auf das Berufsleben vorbereitet und einem mit der Matur anschliessend am meisten Optionen offenstehen würden.

Aufgrund dieser Einstellung steigt allerdings auch der Druck auf viele Mittelschüler, den Übertritt ins Gymnasium zu schaffen. Dies, obwohl für viele Jugendliche eine Berufslehre der geeignetere Weg wäre, weil sie einen direkten Einstieg in die Berufswelt erlaubt.

Tatsächlich ist für Schulabgänger, denen aufgrund ihrer Leistungen beide Ausbildungswege offenstünden, keiner der Wege a priori besser. Intellektuell leistungsfähigen Schülern empfehlen Experten jedoch eine herausfordernde Lehre wie etwa Elektroniker, Kauffrau, Informatiker, Mediamatiker oder Polymechaniker in Kombination mit einer Berufsmatur. 

Viele Alternativen

Eine Alternative zu den zwei klassischen Wegen kann eine Handelsmittelschule sein. Einerseits führt sie zu einem regulären Berufsabschluss als Kauffrau/Kaufmann, andererseits kann mit nur einem Jahr Berufspraxis die Berufsmaturität erlangt werden.

Ähnliche Angebote sind in manchen Kantonen auch im Bereich Informatik verfügbar. Obschon dieser Ausbildungsweg weniger praxisorientiert ist als eine reguläre Lehre, ist die Fächerauswahl stark auf die spätere Tätigkeit ausgerichtet.

Für manch einen Schulabgänger ist es jedoch schlicht zu früh, eine so wichtige Entscheidung zu treffen.  Hier bietet sich eine Zwischenlösung in Form des zehnten Schuljahrs, eines Praktikums oder eines Sprach- oder Au-pair-Aufenthalts im In- oder Ausland an.

Die neuen Erfahrungen und Eindrücke können die Persönlichkeit stärken und Interessen aufzeigen. Das alles unterstützt den Berufswahlprozess.

Insbesondere ein Auslandaufenthalt und das Erlernen einer neuen Sprache kann zudem bei der anschliessenden Lehrstellensuche ein Pluspunkt sein.