Wohin reisen die Schweizer?

In einer von der Swiss Association of Language Travel Agents im Jahr 2013 veröffentlichten Statistik ist Australien mit 18 Prozent das gefragteste Ziel der Schweizer Sprachreisenden. Danach kommen die Länder Grossbritannien (17 Prozent), Frankreich (12 Prozent), Kanada (11 Prozent), USA (10 Prozent), Spanien (7 Prozent), Neuseeland (6 Prozent), Italien (5 Prozent) und Malta (4 Prozent). Somit sind die beliebtesten Fremdsprachen Englisch (mit einem Anteil von 67 Prozent), Französisch (12 Prozent), Spanisch (10 Prozent) und Italienisch (5 Prozent).

Der Schüleraustausch

Mittlerweile werden bereits Sprachreisen für Schüler zwischen 9 und 18 Jahren angeboten. Während sich der Aufenthalt der Jüngeren auf mehrwöchige Feriencamps mit vielfältigen Angeboten und Freizeitaktivitäten beschränkt, können die 14-Jährigen bereits ein halbes oder ganzes Schuljahr an einer High-School in den USA, Kanada, Australien, England, Italien oder Spanien verbringen, wo sie von Gastfamilien betreut werden. Durch das facettenreiche Schulfächer-Angebot anderer Länder gibt es die Möglichkeit, kreative Fächer wie Theater, Musical, Film, Fotografie, Kunst, Chor, Musik oder Sportarten wie Basketball, Baseball, Tennis, Hockey, Ringen, Wrestling, Golf, Schwimmen, Leichtathletik oder Cheerleading zu belegen.

Au Pair oder Work & Travel?

Ab der Vollendung des 18.Lebensjahres kommen auch ein Au-Pair Jahr oder Work & Travel in Frage. Innerhalb des Au-Pair Jahres übernimmt man die Betreuung der Kinder der Gastfamilie in der man lebt, und kann zudem einen Sprachkurs belegen, um die Sprachkenntnisse zu intensivieren. Jedoch sind Verantwortungsgefühl, Erfahrung und Geduld im Umgang mit Kindern unverzichtbar.
Wer allerdings ein bisschen mehr durch das Gastland reisen und unabhängiger sein möchte, kann dies im Rahmen eines Work & Travel Jahres tun. Der Reisende muss sich selbstständig um Jobs bemühen, etwa im Hotel- oder Gastronomiebereich, auf einer Farm, im Weinberg oder ganz klassisch im Büro. Neben der Arbeit im Ausland oder dem Schulbesuch bleibt zudem viel Zeit, um Land und Leute kennen zu lernen und die vielfältigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten zu nutzen.

Studieren im Ausland

Wer einen beruflich zielorientierten Auslandsaufenthalt plant, kann ein Auslandsstudium, -semester oder -praktikum in seinem Wunschland absolvieren. Hierfür sind jedoch bereits erlernte Sprachkenntnisse von Vorteil, um dem akademischen oder beruflichen Anspruch gerecht zu werden. Des Weiteren sollte man sich rechtzeitig über mögliche Studiengebühren und Finanzierungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Erasmus oder Stipendien informieren.

Steigerung der Karrierechancen

Neben klassischen Sprachreisen können junge Erwachsene spezielle berufsorienierte Kurse besuchen, um sprachliche Fähigkeiten als Verhandlungsbasis zu erlangen. Diese werden neben Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch, auch in Arabisch, Russisch oder Chinesisch angeboten und bieten ein anspruchsvolles Bildungs- statt Freizeitangebot.

Neue Sprache, neue Kultur und neue Freunde

Eine Sprachreise hat viele Vorteile, nicht zuletzt dadurch, dass eine Sprache sich am Besten dort erlernen lässt, wo sie gesprochen wird. Während des Aufenthalts kann man sich voll und ganz auf das Erlernen der neuen Sprache konzentrieren, lernt eine neue Kultur und neue Freunde kennen. Es wird aktiv am öffentlichen Leben des fremden Landes teilgenommen, sodass man auch mit sozialen und politischen Fragen, ausserhalb des eigenen Kulturkreises, konfrontiert wird. Neben der Förderung der eigenen Empathie, dies auch steigert die beruflichen Karrierechancen. Egal für welche Form der Sprachreise man sich entscheidet, wichtig ist, sich vorher intensiv zu informieren und beraten zu lassen. Oft helfen auch spezielle Reiseagenturen weiter, indem sie Fragen beantworten, den Reisenden verantwortungsvoll betreuen und über ein breites Angebot an Programmen und Gastfamilien verfügen.