«Die Jugendlichen kommen gewöhnlich mit den Eltern in die erste Beratungssitzung. Je nach Schultyp und Berufswunsch können die Beratungen ganz unterschiedlich ausfallen», so Carla Mom, Leiterin biz Oerlikon in Zürich. Die Beratungen sind daher ein individuelles Angebot, bei welchem die beruflichen Wünsche und Ziele geklärt werden. «Wir machen weder systematische Befragungen noch systematische Tests. Wenn diagnostische Mittel eingesetzt werden, dann abgestimmt auf die Fragestellungen. Es gibt zudem auch Angebote in unserer Berufsberatung, welche für Schulklassen zugeschnitten sind, wie beispielsweise Klassenorientierungen», erklärt Mom.

Was möchte ich?

Ein wichtiger Aspekt bei der Berufswahl ist die Selbsteinschätzung. Im Berufswahlprozess, der bei Bedarf mit Hilfe von berufsberaterischen Arbeitsmitteln schrittweise erarbeitet werden kann, ist die Selbsteinschätzung die erste Etappe. Einige Jugendliche haben am Anfang Probleme damit und wollen unterstützt werden. Systematisch versuchen die Berufsberatenden, die Ressourcen des Jugendlichen zu erfragen. Diesen Prozess können auch die Eltern aktiv unterstützen. Natürlich geben auch die Zeugnisse und Freizeitbeschäftigungen Hinweise auf die Neigungen und Stärken der Ratsuchenden. Allenfalls kommen später auch diagnostische Mittel zum Einsatz.

Schnuppern ist der erste Schritt

In einem weiteren Schritt gilt es, die Berufswelt kennen zu lernen. Bei 250 Berufen ist das kein leichtes Unterfangen. Auch in dieser Hinsicht bietet das biz Unterstützung, so Mom. Zum Beispiel mit der Erweiterung des beruflichen Suchumfeldes – das können Hinweise auf Berufsbesichtigungen oder Schnupperlehren sein. Die Erfahrung zeigt, dass nach dem Abschluss des Berufswahlprozesses die Selbsteinschätzung recht realistisch ausfällt und passende Berufe oder Anschlusslösungen von den Jugendlichen gewählt werden. Rund 50 Prozent der Jugendlichen eines Jahrganges steigen sofort in eine Lehre ein, 30 Prozent gehen in eine allgemeinbildende Ausbildung und etwa 15 Prozent entscheiden sich für eine Zwischenlösung. Natürlich berät die Berufsberatung auch Jugendliche bei der Suche nach schulischen Lösungen, wie dem 10. Schuljahr oder anderen Zwischenlösungen, wenn es aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, sich für eine Lehre zu entscheiden.

Lena hilft dir!

Für die meisten Jugendlichen ist es schwierig, sich ein konkretes Bild von den verschiedenartigen Betrieben und Branchen zu machen und was es heisst, in einem Klein-, Mittel- oder Gross-Betrieb zu arbeiten. Die Berufsberatenden versuchen mit Hilfe von entsprechenden Fragestellungen die Präferenzen aufzuspüren. Im so genannten Lehrstellennachweis (LENA) können anschlies­send passende Betriebe in der Region recherchiert werden. «Unterstützung bieten wir auch bei den Bewerbungsunterlagen und beim Vorbereiten eines Bewerbungsgesprächs», so Mom.

Drogen und psychische Probleme

Dass Ratsuchende Probleme mit Drogen oder weitere schwerwiegende Problematiken haben, gehört auch zum Berufsalltag von Berufsberatenden. Die meisten Jugendlichen sprechen nicht auf Anhieb offen darüber. Bemerkbar machen sich Probleme häufig erst, wenn der Berufswahlprozess nicht vorangeht, keinen Erfolg hat und der Jugendliche unzuverlässig ist oder unangemeldet wegbleibt. In solchen Fällen weisen die Berufsberatenden auf die Unterstützungsangebote, wie zum Beispiel das Case Management Netz2 der Berufsberatung des Kantons Zürich, hin.

Mit Sport Geld verdienen

Sport ist selten eine Karriere fürs Leben. Daher ist es sinnvoll, wenn daneben eine Grundausbildung oder eine Matura absolviert wird. Es gibt Berufe, die sich wegen der Arbeitszeiten nicht für die Sportausbildung eignen. Manchmal sind es dann schulische Lösungen (KV) oder Lehrverhältnisse, die verlängert werden und Rücksicht auf die sportlichen Aktivitäten nehmen, um den Traum eines Spitzensports zu verwirklichen.