Wiegenhaltung

Diese Stillposition sieht man am häufigsten. Das Baby liegt auf der Seite im Ellbogen der Mutter, Mund liegt senkrecht zur Brust. Die meisten Frauen nehmen mit der freien Hand und drücken sie in der Horizontalen leicht zusammen: Babymund senkrecht, Brust horizontal. Um diese beiden gegensätzlichen Richtungen zusammen zu bringen, braucht es etwas Übung.

Modifizierte Wiegenhaltung

Die Mutter hat den Kopf des Babys in der Hand, ihr Unterarm unterstützt den Rücken des Kindes. Mit der freien Hand die Brust von unten senkrecht zusammendrücken. Beides Brust und Mund des Babys sind in vertikaler Position und passen folglich sehr gut zusammen.

Rückenhaltung

Die nimmt Mutter das Kind "unter den Arm". Sie hält den Kopf des Babys in der Hand und unterstützt mit dem Unterarm den Körper des Kindes. Die Beinchen des Babys zeigen zum Rücken der Mutter. Ausgezeichnete Position, um das Stillen zu lernen. Mutter kann das Baby gut führen, sieht sein ganzes Gesicht und kann mit der anderen Hand die Brust fassen. Ausgezeichneter Augenkontakt

Stillen im Liegen

Besonders nachts sehr angenehm. Geeignet für geübte Stillpaare. Rücken von Mutter und Kind mit Kissen abstützen.

<
1
2
3
4
/
4
>

So schön Stillen sein kann, so viele Fragen wirft es auch auf. Viele Mütter sorgen sich, ob ihre Milch ausreicht. Ob ein Kind beim Stillen satt wird, erkennt man an verschiedenen Zeichen: «Babys sind nach einer Stillmahlzeit satt und zufrieden, viele schlafen gar an der Brust ein. Ein Kind sollte in den ersten 6-8 Lebenswochen pro 24 Stunden 5-7 nasse und mehrmals täglich volle Windeln haben,» erklärt Christa Müller-Aregger, Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Geschäftsführerin des BSS. Wichtig ist es zudem, das Gewicht des Babys einmal wöchentlich zu kontrollieren: «Es sollte im Durchschnitt pro Woche ca. 130g und mehr zunehmen. Achten Sie darauf, das Kind immer am gleichen Wochentag, zur selben Tageszeit, immer vor oder nach dem Stillen und nackt zu wiegen», so die Fachfrau. Kinderärzte und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehlen heute mindestens sechsmonatiges Stillen. Muttermilch enthält alles, was das Baby braucht. Im 2. Lebenshalbjahr sind die Kinder bereit für feste Nahrung, wobei die Stillmahlzeiten Schritt für Schritt durch die sogenannte Beikost ersetzt werden können.
Richtiges

Stillen verhindert Schmerzen
Grosse Sorge können wunde oder rissige Brustwarzen in den ersten Tagen nach der Geburt bereiten. Die empfindlichen Brustwarzen müssen sich zuerst an das starke Vakuum des Babys beim Stillen gewöhnen. Müller-Aregger rät: «Nach dem Stillen etwas Milch ausdrücken, diese auf der ganzen Brustwarze und dem Brustwarzenhof verteilen und antrocknen lassen. Achten Sie darauf, dass das Kind immer einen guten Teil des Brustwarzenhofes mit in den Mund nimmt und beim Stillen seinen Kopf nicht drehen muss.» Wenn die Brustwarzen trotz korrekter Stilltechnik (siehe Box) und Brustwarzenpflege nicht heilen, ist es ratsam, Hilfe bei einer Still- und Laktationsberaterin, Hebamme, oder Pflegefachfrau zu holen.

Und Vorsicht beim Fläschchen geben: Die Trinktechniken an Brust und Flaschensauger sind verschieden. «Wenn ein traditioneller Flaschensauger eingesetzt wird, bevor das Stillen richtig etabliert ist, kann es sein, dass das Kind schlecht von der Brust zur Flasche und zurück zur Brust wechseln kann», weiss Müller-Aregger.

Und die Ernährung der Mutter?
Während der Stillzeit darf die Mutter eigentlich essen was ihr schmeckt und bekommt. Von einer kompletten Ernährungsumstellung sowie von scharfen Gerichten und Kohlarten rät Müller-Aregger jedoch der Verdauung des Kindes zuliebe ab. «Sollte das Kind auf ein Nahrungsmittel negativ reagieren, lässt man es am besten ganz weg und probiert es einen Monat später wieder», empfiehlt die Still- und Laktationsberaterin.