Wann bricht der erste Milchzahn durch?

Schon in der achten bis zehnten Schwangerschaftswoche sind alle 20 Milchzähne angelegt. Anfangs noch ganz weich, werden sie bis zur Geburt immer härter.

Der erste Zahn bricht meist mit fünf bis sieben Monaten durch.

Der Zahndurchbruch ist nicht immer sehr angenehm für das Kind, es kommt oft zu vermehrtem Speichelfluss und kann auch mit Hautausschlag, erhöhter Temperatur, Schmerzen und Durchfall begleitet werden.

Beim ersten Geburtstag sind normalerweise rund acht Zähne draussen. Mit zwei bis zweieinhalb Jahren ist das Gebiss meist komplett.

Warum heissen Milchzähne Milchzähne?

Der Begriff deutet auf die bläulich-weisse Farbe der Milchzähne hin, die im Gegensatz zu den bleibenden Zähnen, die eher gelblich sind, eine milchähnliche Farbe haben.

Andererseits weist der Name auf die in der ersten Lebensphase typische Ernährung mit Muttermilch hin.

Knirschen ist nicht schlimm

Während Zähneknirschen bei Erwachsenen häufig durch Stress oder Angst ausgelöst wird, knirschen Kinder in den ersten Lebensjahren vor allem deshalb mit den Zähnen, weil sich diese im Ober- und Unterkiefer zuerst einmal von der Form aneinander anpassen müssen.

Knirschen ist in diesem Alter also in Ordnung.

Bei älteren Kindern kann eine Schiene jedoch die Gefahr von bleibenden Zahnschäden verringern.

Pflege ab dem ersten Zahn

Ist der erste Zahn da, beginnt die Pflege. Für einen gesunden Zahnschmelz ist regelmässige Mundhygiene und gesunde Ernährung von Anfang an wichtig, denn auch die kleinen Beisserchen können von Karies befallen werden.

Um sich an das Zahnputzritual zu gewöhnen, empfiehlt sich ein spielerischer Umgang mit der Zahnbürste.

Im Alter von anderthalb bis zwei Jahren können die Kinder dann meist die ersten eigenen Putzversuche unternehmen.

Elektrische oder normale Zahnbürste?

Während die elektrische Zahnbürste die Beläge auf den Zähnen gründlicher entfernt, birgt sie auch Risiken, dass Kinder beim Putzen zu stark drücken und so das Zahnfleisch verletzen.

Dann ist das Putzen mit einer normalen Zahnbürste schonender.

Gerade dann, wenn die Zahnputztechnik des Kindes noch nicht ausgereift ist, kann eine elektrische Zahnbürste ungeschickte Putzversuche kompensieren, weil sie mehr Belag entfernt als die Handzahnbürste.

Raus mit der alten, her mit der neuen

Wenn die Borsten abgenutzt sind, spätestens aber alle drei Monate lohnt es sich, eine neue Zahnbürste beziehungsweise einen neuen Bürstenkopf zu verwenden.

Die richtige Zahnpasta

Manche Zahnärzte raten von Anfang an Kinderzahnpasta mit Fluorid zu verwenden, andere wiederum schwören auf fluoridfreie Zahncreme in Kombination mit Fluorid-Tabletten.

Studien haben ergeben, dass Fluorid am besten schützt, wenn es direkt auf den Zahn aufgetragen wird.

Und was ist mit der Zunge?

Viele Zahnärzte empfehlen, bereits vor dem ersten Zahn die Zunge zu säubern.

Das kann mit einem kleinen Waschlappen oder einem Gummi-Fingerling geschehen. Tatsächlich reduziert regelmässige Zungenreinigung das Kariesrisiko.

Der Gang zum Kinderzahnarzt

Spätestens zum ersten Geburtstag empfiehlt sich der Besuch beim Kinderzahnarzt.

Sobald die Milchbackenzähne da sind – also ungefähr mit anderthalb Jahren – lohnt sich ein zweiter, wenn das Gebiss vollständig ist, ein dritter Besuch.

So können eventuelle Probleme mit den Milchzähnen schnell erkannt und angegangen werden.

Die alten weichen den neuen

Während manche schon mit vier ihre Milchzähne verlieren, findet der Wechsel bei anderen Kindern erst mit sieben statt. Aufgepasst: In den Zahnlücken können sich sehr einfach Ablagerungen bilden, die Karies verursachen.

Wichtig ist es deshalb, die Milchzähne bis zum Schluss gut zu putzen.

Denn Karies ist ansteckend und kann vom Milchzahn an die zweiten Zähne weitergegeben werden.