Familienferien sind wichtig und sinnvoll, denn sie können den Zusammenhalt untereinander stärken. Allerdings ist es nicht immer einfach, eine gemeinsame Lösung zu finden, für die sich alle begeistern können.

Der Vater möchte vielleicht lieber in die Berge verreisen, Kind eins zieht es ans Meer, Kind zwei steht eher auf Freibäder, und die Mutter favorisiert einen Städtetrip. Streit ist oft vorprogrammiert, zumal wenn keiner nachgeben will.

Wenn ein paar grundsätzliche Regeln beachtet werden, erhöht sich aber die Wahrscheinlichkeit für ein gelungenes Ferienerlebnis.

Gemeinsam planen

Ein Tipp an Eltern: Beziehen Sie Ihre Kinder bei der Ferienplanung nach Möglichkeit mit ein. Setzen Sie sich mit der Jungmannschaft zusammen und listen Sie die Wünsche von allen auf. Schon die Kleinsten haben oft genaue Vorstellungen, was sie wollen – oder nicht wollen.

Sind die Kinder zufrieden, überträgt sich diese Zufriedenheit meist auch auf die Eltern. Und umgekehrt: Sie gehen entspannter mit den Kindern um, wenn Sie auch einmal zu Ihrem Recht kommen. Lassen Sie doch alle Mitglieder in der ersten Woche einmal einen Tag selber planen.

«Notvorrat» mitnehmen

Eine Bastelkiste mit Stiften und Papier oder kleine Bücher mit auf die Reise zu nehmen, kann ein grosser Vorteil sein.

So können Eltern ihre Kinder spielen lassen, ohne sich dauernd um sie kümmern zu müssen. Denn auch das Mami will mal in Ruhe ein Buch lesen.

Ausnahmen zulassen

Im «normalen» Leben ist vieles nicht erlaubt. Kinder müssen zum Beispiel rechtzeitig ins Bett, damit sie am nächsten Tag in der Schule wieder bei vollen Kräften sind. In den Ferien sollte man hingegen nicht so streng sein und den Rhythmus auch einmal dem Gastland anpassen.

Im Süden sieht man abends oft noch Kinder in Begleitung ihrer Eltern. Betonen Sie einfach, dass die Ferien eine Ausnahmesituation sind und zu Hause dann wieder andere Verhältnisse herrschen. Die Kinder werden das begreifen und akzeptieren.

Erwartungen relativieren

Viele nehmen sich für die gemeinsamen Familienferien sehr viel vor. Es soll die schönste Zeit im Jahr werden, lautet der Anspruch der Eltern. Schliesslich hat man sich die paar freien Tage auch einiges kosten lassen. Überrissene Erwartungen sollten aber lieber relativiert werden.

Die Familie bleibt die gleiche, unabhängig davon, wo sie sich aufhält. Steckt die Jüngste gerade in einer schwierigen Trotz-Phase und hat die Älteste Liebeskummer, dann fahren auch die schlechten Launen in die Ferien. Am besten ist, sich keine allzu grossen Illusionen zu machen. 

Füreinander Zeit nehmen

Unterschiedliche Arbeits- und Schulpensen haben zur Folge, dass sich Eltern und Kinder im normalen Alltag oft nur noch wenig zu Gesicht bekommen, auch weil das gemeinsame Mittag- oder Abendessen immer mehr der Vergangenheit angehört.

Ferien können nicht nur den Kopf für allerlei Neues freimachen. Sie bieten auch die Möglichkeit, dass man endlich wieder einmal Zeit füreinander findet, für Gespräche und Aktivitäten jeder Art. Das sollte man ausnützen.

Kindern Raum für sich selbst lassen

Die besten Ferien sind diejenigen (gewesen), an die man sich auch als Erwachsener später immer wieder gerne erinnert. Meistens war dieser Sehnsuchtsort ein bisschen chaotisch oder einer, wo man den ganzen Tag mit dem Ball gegen ein Garagentor schiessen durfte, ohne auf nervige Anwohner zu stossen.

Bei all dem Optimieren und der perfekten Organisation im Alltag sollte man in den Ferien daran denken, dass Kinder Raum und Zeit für sich selber brauchen, um wieder Energie für die Schulzeit zu sammeln. Eltern kann man nur empfehlen, an ihre eigene Kindheit zurückzudenken, als sie wirklich noch Kinder sein durften und einen grossen Bewegungsspielraum hatten.

Kindheit verträgt sich nun einmal nicht mit perfekter Organisation. Kindheit bedeutet Freiheit, spontane Abenteuer, keine Uhr.