Ernst Hofmänner
Verlagsleiter vom Lehrmittelverlag St. Gallen

«Ob mit Smartphones, iPhones, Tablets, PCs oder Notebooks – Lernen ist heute überall möglich», sagt Ernst Hofmänner, Verlagsleiter vom Lehrmittelverlag St. Gallen. Darin liegt denn auch ein Vorteil von elektronischen Lernprogrammen wie Lern-Apps: Man kann sie überall nutzen.

Pädagogisch sinnvolle Apps
Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Lernprogrammen und es ist nicht immer einfach, das richtige zu finden. «Wichtig ist in jedem Fall, dass die Lernprogramme pädagogisch und didaktisch sinnvoll aufgebaut sind. Nur dann können sie das Kind fördern», so Hofmänner. Ist dies der Fall, so können Lern-Apps eine individuelle Förderung der Kinder vereinfachen. «Sowohl sehr begabte wie auch lernschwache Kinder können dank multimedialen Mitteln gefordert oder gefördert werden», sagt der Verlagsleiter. So sind für Kinder mit Lernschwierigkeiten 15 Minuten Üben oftmals schon anspruchsvoll. Mit elektronischen Übungen haben sie nicht nur eine spielerische Form, die motiviert, es werden auch verschiedene Lernkanäle, wie etwa das Lernen mit Ohren und Augen oder das Lernen mit Tönen angesprochen. «Wenn mehr als nur ein Lernkanal angesprochen wird, fällt es Kindern leichter, das Gelernte zu behalten.» Bei älteren Kindern wiederum können Apps helfen, anspruchsvolle Lerninhalte, etwa die Elemente in Chemie, besser zu veranschaulichen. Auch bei mechanischen und repetitiven Lerninhalten (Wörter-Lernen, Einmaleins etc.) können Apps das Lernen attraktiver machen. Und wer mit Spass und Freude lernt, kann eine positive Beziehung zum Lernen aufbauen. Zudem erhält das Kind oft unmittelbar nach dem Lösen der Aufgaben Rückmeldung – das motiviert und spornt an.

Bezug zu Büchern und Papier bleibt
In den meisten Schweizer Schulzimmern haben Tablets und PCs bereits Einzug gehalten und die Tendenz ist weiter steigend. Besteht da nicht die Gefahr, dass Bücher und Papier aus unseren Schulen verschwinden und die Kinder den Bezug dazu verlieren? «Das glaube ich nicht. Auf jeden Fall nicht auf der Volksschulstufe. Vielmehr werden die elektronischen Lernprogramme als Zusatzmaterial mit Mehrwert zu den herkömmlichen Lehrbüchern und als Ergänzung zum üblichen Lernen eingesetzt», sagt Ernst Hofmänner.

Wie finde ich gute Lern-Apps?
Grundsätzlich gilt: Ausprobieren und schauen, ob das Spiel gut verständlich und ansprechend aufgebaut ist. Zudem sollte für das Kind ein Lernfeedback eingebaut sein und es sollte verschiedene Levels haben, mit denen das Kind seine Leistungen steigern kann. Besonders erwähnenswert sind die appolino Lern-Apps für Mathematik und Deutsch. Sie bestechen durch Einfachheit und Reduktion auf das Wesentliche. Dabei sind sie eine ideale Ergänzung zu den aktuellen Lehrmitteln im Schulunterricht. Sie eignen sich aber ebenso für das selbstständige Lernen zu Hause.