Wann haben Sie erfahren, dass Ihre Tochter Livia das Downsyndrom hat?
Ronny Thoma: Erst eine Stunde nach ihrer Geburt. Zum einen aufgrund ärztlicher Versäumnisse, denn es gab durchaus einige Anzeichen, die auf das Downsyndrom hindeuteten. Andererseits brachte der Ersttrimestertest während der Schwangerschaft keine auffälligen Resultate.

Welche Gedanken gingen Ihnen damals durch den Kopf?
Ronny Thoma: Da wir von Livias Downsyndrom bis zur Geburt nichts wussten, hatten wir überhaupt nicht die Möglichkeit, uns geistig vorzubereiten. Vielleicht ganz am Anfang hatte ich damit zu kämpfen. Heute ist sie für mich das grösste Geschenk.
Heidi Thoma: Die Geburt war sehr lange und anstrengend. Ich sorgte mich sehr um den Gesundheitszustand der Kleinen und erhielt kaum Informationen. Deshalb war ich einfach nur überglücklich, als Livia dann endlich da war. Für mich spielt es keine Rolle, dass Livia das Downsyndrom hat. Bei einer nächsten Schwangerschaft würde ich mich wieder gleich entscheiden – also für das Baby, auch wenn es Trisomie 21 hätte.

Wie sieht Ihr Familienalltag mit Livia aus?
Ronny Thoma: Wir führen ein absolut normales Familienleben und versuchen, Livia so gut wie möglich zu fördern. Durch eigene Internetrecherchen sind wir auf ein Frühförderungsprogramm gestossen, das Livia nun eine Stunde pro Woche besucht. Zudem geht unsere Tochter einmal wöchentlich ins Babyschwimmen.
 

 

Was macht Livia für Sie speziell?
Heidi Thoma: Livia weint praktisch nie. Sie wacht erstaunlicherweise immer mit einem Lächeln auf – sie ist ein Strahlemädchen. Wir waren gerade eben zwei Wochen in meiner Heimat Brasilien. Dort konnten wir gut beobachten, dass unser Sonnenschein eine wahre Anziehung auf ihr Umfeld ausübt. Wir sehen zudem, dass Livias grössere Schwester eine wichtige Bezugsperson ist, die viel zu ihrer Frohnatur beiträgt.
 

 

Was kann Livia besonders gut? Was macht ihr Mühe?
Ronny Thoma: Livia entwickelt sich bis jetzt ganz normal, mit Aussnahme der äusserlich typischen Merkmale von Trisomie 21, die für Aussenstehende aber noch kaum erkennbar sind. Mit dem Laufen lässt sie sich etwas Zeit, dafür konnte sie schon früh sitzen. Die Unterschiede zu Kindern ohne Down-Syndrom kommen wahrscheinlich erst etwas später zutage.

Braucht Livia spezielle Betreuung?
Bis jetzt nicht. Das Down-Syndrom hat ein breites Spektrum. Wir werden wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt abschätzen können, ob Livia überhaupt eine spezielle Betreuung brauchen wird.